Mondlauf

 Siehe auch Mondphasenkalender

 Mondauf- und Untergangszeiten siehe Dämmerungszeiten

Sonnenlauf

  Siehe auch Dämmerungszeiten

Julianisches Datum


Der Planetenlauf


Merkur

wartet im September mit seiner besten Morgensichtbarkeit auf: Vom 15.September bis zum 03. Oktober kann man den eiligen Planeten morgens versuchen. Merkurs Erscheinen in der Morgendämmerung verschiebt sich von 4:30 Uhr bis 05:30 Uhr im Verlauf der Sichtbarkeit. Sein Verblassen in der Morgendämmerung verschiebt sich von etwa 5 Uhr bis 5:50 Uhr während der Sichtbarkeit. Die besten Tage liegen zwischen dem 19. und 27. September.


Venus

steht am 23. mit -4,8 mag im größten Glanz am Abendhimmel. Dennoch trübt die sehr tiefe Stellung der Venus das Ereignis. Venus' Untergänge: Am 1. um 20:05 Uhr, um 19:20 am 15. und schon um 18:23m am 30. September. Die Sonne geht dann um 18:01 unter. Die Venus steht also schon unmittelbar neben der Sonne und damit kurz von ihrer Unteren Konjunktion, die sie dann am 29. Oktober erreichen wird. Ihr Durchmesser wächst auf 40 Bogensekunden an, die Phase schrumpft auf 25%. Am 1. passiert sie in wenigen Grad Abstand Spica und Mars..


Mars

entzieht sich den Beobachtern und kehrt erst wieder Mitte 2011 an den Morgenhimmel zurück.


Jupiter

erreicht am 21. seine Oppositionsstellung. Am 22. passiert der -2,9 mag helle Jupiter zum 2. Mal den fernen Uranus, der ebenfalls am 21. in Opposition steht. Uranus findet man dann genau 51 Bogenminuten, also etwa ¾ Grad nördlich von Jupiter - Mit 5,7 mag allerdings wesentlich schwächer. Jupiter geht am 1.um 19:38 Uhr auf, am 15. um 18:40 Uhr, am Oppositionstag um 18:15 auf und um 06:07 Uhr unter. Am 30. taucht Jupiter um 05:29 Uhr. Der Durchmesser im Fernrohr liegt am 21. fast bei 50 Bogensekunden! Bis Monatsende schrumpft er wieder auf etwa 47 Bogensekunden zurück.


Saturn

steht mit der Sonne am Himmel und strebt seiner Konjunktion mit der Sonne entgegen.


Uranus

wird am 22. zum zweiten Mal in 2010 von Jupiter passiert. Der Riesenplanet läuft in wenigr als 1 Grad Distanz südlich an Uranus vorbei. Mit 5,7 mag und knapp 4 Bogensekunden Durchmesser am Himmel erreicht Uranus am 21. September seine Oppositionsstellung. Seine Aufgänge: Am 1. um 19:35 Uhr, am 15. um 18:40 uhr und am 30. um 17:40 Uhr.


Neptun

lässt sich ab 20:20 Uhr bereits im Osten - dann in 13 Grad Höhe - auffinden. Durch seine immer früher einsetzenden Aufgänge rutschen Neptuns Positionen in immer größere Nähe zum Meridian. Am 1. noch um 23:33 Uhr kulminierend, erreicht Neptun am 15. um 22:37 Uhr den Meridian, und am 30. schon um 21:37 Uhr. Am Monatsletzten endet die Dämmerung um 19:11 Uhr.

IAU-Definition für den Begriff "Planet" (IAU: Internationale Astronomische Union):
Ein Planet ist ein Körper der ausschließlich um die Sonne und keinen weiteren Körper läuft. Seine Form erreicht annähernd kugelförmige Gestalt. Seine Gravitation ist ausreichend groß, um seine Umgebung zu bereinigen. Er dominiert seine Umgebung also gravitativ.


Zwergplaneten


Ceres

hat sich vom Nachthimmel zurückgezogen und steht mit der Sonne am Taghimmel.


Pluto

passiert in weniger als 1 Bogeminute Abstand zwischen dem 11. und dem 13. den Stern HD 166337 (7,7 mag). Pluto verabschiedet sich allmählich vor Abendhimmel. Zum Zeitpunkt des Dämmerungsendes am 12.9. hat Pluto gerade noch eine Höhe von gut 19 Grad. Plutos Untergänge im September: Am 1.um 0:16 Uhr, am 15. bereits um 23.21 Uhr und am 30. schon um 22:22 Uhr. Dämmerungsende ist am 30. um 19:11 Uhr! Plutos Positonen: Aufsuchkarte Pluto
.

IAU-Definition für den Begriff "Zwergplanet" (IAU: Internationale Astronomische Union):
Ein Zwergplanet ist ein Körper der wie ein Planet ausschließlich die Sonne und keinen weiteren Körper umläuft. Seine Gestalt ist ebenfalls annähernd kugelförmig. Aber seine Gravitation reicht nicht aus, um seine Umgebung zu bereinigen. Er darf außerdem kein Satellit(Mond) eines Planeten sein!


Kleinkörper der Sonnensystems

Hebe, "Planetoid" Nr.6, eilt mit 7,9mag durch den Walfisch, am 13. in 3 Grad Abstand Deneb Kaitos passierend. Hebe erreicht am 21. mit 7,7 mag ihre Opposition. Am 28. läuft sie in ca. 25 Bogenminuten westlich an T Ceti (5,7 mag) vorbei, am 30.9. steht sie ca. 50 Bogenminuten südwestlich von ihm. Den Meriaidan überschreitet Hebe am 1. um 2:13 Uhr, am 15. um 1:13 Uhr und am 30. um 0:05 Uhr. Hebes Positonen: Aufsuchkarte Hebe
Flora, "Planetoid" Nr.8, läuft am 5. umittelbar an SAO165804 (5,7 mag) vorbei, weiter nach Südwesten wandernd. Am 18. passiert sie das Sternenpärchen östlich von 97 Aqr um am 31. unmittelbar westlich von SAO165607 (6,7 mag) zu stehen. Am 11. erreicht sie dabei ihre Opposition und eine Helligkeit von 8,2 mag. Kulminiert sie am 1. noch um 1:21 Uhr, wandert sie am 15. um 0:15 Uhr über den Meridian und am 30.9 schon um 22:59 Uhr. Floras Positonen: Aufsuchkarte Flora
IAU-Definition für den Begriff "Kleinkörper des Sonnensystems" (IAU: Internationale Astronomische Union):
Kleinkörper des Sonnensystems sind alle weiteren die Sonne umlaufenden Körper, die nicht Planet oder Zwergplanet sind. Der Begriff "Kleinplanet" sollte nicht mehr verwendet werden.


Meteorströme



Die Pisciden erfreuen uns im September mit etwa 25 km/sec Eintrittsgeschwindigkeit in die Atmosphäre. Die maximale Rate liegt um den 19.9. Zwischen 22h und 4h ist die beste Beobachtungszeit.

Die Tauriden erstrecken sich von Ende September bis Ende November!. Am 12.11. ist das eher schwache Maximum. Bei 30 km/sec sind die Tauriden eher langsam bis mittelschnell.

Die Delta-Aurigiden sind zwar schneller als die o. g. Schwärme, aber dafür seltenere Objekte. Zwischen dem 18.9. und 10.10. erscheinen sie und nahe dem 04.10. ist ihr Maximum.


Der Fixsternhimmel

Der Sternenhimmel des Monats


Der Sternenhimmel im September 2010

Der Sternenhimmel
Objekte für Ferngals und Fernrohr
Sternbildportrait: Eidechse(Lacerta, LAC)
Einzelne Sterne in LAC




Der Sternenhimmel

Mitte September, 24 Uhr, Blick zum Südhorizont. Es ist Herbst geworden. Am Osthorizont ist der Winterhimmel bereits gut zu sehen. Die Zwillinge "liegen" über dem Horizont. Im Westen sind eben noch die Sterne aus dem oberen Teil des Bootes zu sehen. Das Sommerdreieck ist weiterhin ein gutes Stück über dem Horizont dank der hohen Deklinationen von Leier und Schwan.Die Milchstraße geht nach wie vor hoch über uns durch den Zenit. Die Eidechse steht zu der angegebenen Zeit gerade genau im Zenit und macht uns die Beobachtung schwer: NGC 7209 und 7243 laden jetzt zu einer Akrobatiktour de force ein! Ein Denkmal gleich dagegen steht der Pegasus wie einen Sockel gesetzt im Meridian. Sein Quadrat beherrscht diese Wochen den Südhimmel.

Unter dem Pegasus ziehen sich die Fische dahin, einen Ring südwestlich unter dem Quadrat, einen unmittelbar östlich davon im Winkel von Andromeda und Pegasus. Der südlichste Stern 1. Magnitude, Fomalhaut (arab. Fom al Hut. "Maul des Fisches"), der Hauptstern des Südlichen Fisches (Piscis Austrinus) steht knapp westsüdwestlich des Südpunktes.

In einer großen Lücke zwischen den schwachen Sternen der Fische und dem Horizont finden sich nur wenige hellere Sterne: Dies ist die Region, in der das Sternbild Walfisch oder "Cetus" steht. Am Auffälligsten ist gerade einmal seine östliche ("linke") Seite, die ein fast regelmäßiges Parallelogramm aus vier Sternen bildet. An diesem schiefen Viereck "hängt" östlich ein großes (und daher recht unübersichtliches) "W". Die Sterne Alpha (Menkar), Beta (Deneb Kaitos) und Omikron (Mira) helfen am ehesten, die W-Linien zusammenzusetzen. Da Omikron veränderlich ist, (zwischen 3,4 und 9 mag) gerät das Ganze auch zu einem Spiel auf Verwechslungen hin.

Zwischen Cetus und Orion finden sich am Himmel die schwachen Sterne des Flusses Eridanus. Der Eridanus enthält kaum Sterne heller als 3.5 mag. Am Himmel gibt es bei schlechter Sicht also eine "Eridanuslücke".

Drehen wir uns jetzt um nach Norden, so sehen wir den Wagen (="Großer Bär") in seiner tiefsten Stellung. Von jetzt an strebt er wieder höheren Stellungen zu. Mit dem langsamen Aufsteigen der Wintersternbilder über die folgenden Monate hin kommt immer mehr die Zone zum Vorschein, die "unterhalb" der Wagendeichsel liegt: Die Galaxienhaufen in Coma Berenices und Virgo, die dann morgens am Winterhimmel und nachts am Fühlingshimmel die Deep-Sky-Beobachter wieder zu schlaflosen Nächten führen werden. "War da eben das Staubband in NGC 4565 zu sehen?"



Objekte für Auge und Fernrohr

Das Sternbildportrait dieses Monats wird diesmal den Walfisch Cetus zum Ziel haben. Deep-Sky-Objekte sind aber im Cetus relativ dünn gesät.

M77ist eine kleine Galaxie, die zum Typ der Seyfert-Galaxien gehört. Sie steht dicht neben Delta Ceti.

NGC 247: Eine große Galaxie (18 Bogenminuten) und ca.14 mag Oberflächenhelligkeit.

Im Sternbild Sculptor südlich des Cetus:

NGC 253: Die Große Sculptor-Galaxie erscheint mit 25 Bogenminuten länglich im Fernglas. Staubstrukturen sind im Teleskop zu sehen. Die tiefe Stellung (- 25 Grad) erschwert die Beobachtung etwas.

NGC 288: Ein Kugelsternhaufen einer etwas schwierigeren Kategorie mit ca.13 mag Oberflächenhelligkeit. Einige Einzelsterne sind im Teleskop vielleicht zu erkennen.

Andromeda: NGC 891: Jetzt ist es an der Zeit, die Fernrohre nach 891 auszurichten. Nun steht sie sehr hoch am Himmel und zwischen uns und ihr am wenigsten Atmosphäre. Na denn: Glückauf!

NGC 752: Mit dem freien Auge interessant, auf jeden Fall im Fernglas!

M31/M32/M110: Die M31-Gruppe. Na? - steht M32 noch vor dem helleren Hintergrund der Galaxie M31? Ein Versuch ist immer interessant. Ferngläser probieren!

Perseus:

M76: der "Kleine Hantelnebel" wird viel zu viel vernachlässigt.

Dreieck M33: Hier ist dunkler Himmel gefordert. Also die Skybeamer ausgeschaltet lassen liebe Discothekenbetreiber! Ein Versuch mit dem freien Auge sollte immer versucht werden. Das Fernglas wird wohl dem Teleskop vorzuziehen sein wegen der Ausdehnung der Galaxie.



Tabelle mit einigen Deep-Sky-Objekten:

NrObjektbezeichnung
-NGC oder "M"
ConstObjektHelligkeit
mag
Oberflächenhelligkeit
in mag
Größe in Bogenminuten
1 4565 COM Gx 10 13 15
2 77 CET Gx 9 11 3
3 247 CET Gx 9 14 10
4 253 SCL Gx 7,5 13 25
5 288 SCL KgSth 8,5 13 10
6 891 AND Gx 10,5 13 10
7 752 AND OfSth 6 14 50
8 76 PER PlaN 10 11 2,5


Doppelsterne mit schönen Farbkontrasten:
SternAbstand in BogensekundenHelligkeit Farbe
25 CET 16 6,2 und 6,6 mag gelblich und violett
66 CET 16,5 5,7 und 7,5 mag topaz und violett


Veränderliche:

Ein interessanter Veränderlicher ist natürlich Omicron CET, bestens bekannt als Mira. Er steht auf etwa halber Strecke zwischen Zeta und delta CET. Seine Periode beträgt 331 Tage, und er schwankt zwischen 2 und 10,1 mag.




Sternbildportrait: Walfisch, (Cetus, CET)




Hier eine Übersichtskarte:


Die Karte wurde erstellt mit GUIDE 8.0



Einzelne Sterne in CET:


Alpha leuchtet gelblichorange mit 2.9 mag und 220 Lichtjahren Entfernung. Al Kaff al Jidmah, Monkar, Menkar warn auch Bezeichnungen (Nase und Maul des Ungeheuers).

Beta leuchtet gelblich ist 2,4 mag hell (also heller als Alpha!) und 96 Lichtjahre entfernt. Deneb Kaitos oder Denebcaiton oder arab.: Al Dhanab al Kaitos al Janubiyy für "Schwanz des Ungeheuers" sidn andere Bezeichnungen. Er wird auch Diphda genannt von: Al Difdi al Thani für "Zweiter Frosch" oder Randa sekunda "Frosch, Kröte". Fomalhaut war dann der "1. Frosch"!

Gamma leuchtet als Doppelstern mit einer bläulichen und weißlichen Komponente mit 3.5 und 7 mag Helligkeit in 82 Lj Abstand. Sein arab. Name "Al Kaff al Jidmah" galt für die ganze Kopfgruppe ("Das Parallelogramm")gamma, rho und Teile der Sterne des Eridanus (pi, roh und sigma Erdiani) bildeten Al Suffis "Al Sadr al Kaitos": die Brust des Monsters/Biestes.

Epsilon, Rho und Sigma Ceti bildeten "Tsow Kaon" (Heu und Stroh) bei den Chinesen.

Zeta leuchtet gelblich mit 3,7 mag. "Baten Kaitos" oder ""Al Batn al Kaitos" bedeuteten "Bauch des Wales".

Eta "(3.5 mag und gelblich leuchtend)hieß auch "Deneb" oder Deneb Algenubi für: Schwanzwurzel

Iota (3,6 mag und gelblich leuchtend ): Ein weitere Stern des Namens " Deneb Kaitos" oder auch "Al Shamaliyy": "Nördlicher Teil des Schwanzes"Man beachte zwei Sterne der Waage: Zuben el Schemali und Zuben el Genubi: Die "nördliche" und die "südliche" Schere!

Omikron ist veränderlich mit 3,4-9,2(!) mag und einer Periode p=332d, gelblich leuchtend und der erste systematisch beobachtete Stern. "Mira Stella" taufte ihn Johannes Hevelius 1662. "Collum Ceti", "Hals des Wales". war ein weiterer Name. Johann Fabricius führte erste Beobachtungen über längere Zeit durch und begündete damit die Erforschung der Veränderlichen.



Quellen:

Himmelsjahr 2010, Kosmos-Verlag
Der Sternenhimmel 2010, Kosmos-Verlag
Starnames -Their Lore and Meaning, Dover Publ. Inc.
Atlas für Himmelsbeobachter, Kosmos-Verlag
The Night-Sky Observers Guide, Willmann-Bell Inc.
Sterne und Weltraum 8/2002

Viel Spaß beim Beobachten!

Ihre AVG



Gute Beobachtungbedingungen finden Sie in Lichtenhagen. Nähere Informationen erhalten Sie von Matthias Elsen. Eine Wegbeschreibung ist ebenfalls online verfügar.

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© Matthias Elsen, letzte Änderung am 17.08.2010