Mondlauf

 Siehe auch Mondphasenkalender

 Mondauf- und Untergangszeiten siehe Dämmerungszeiten

Sonnenlauf

  Siehe auch Dämmerungszeiten

Julianisches Datum


Der Planetenlauf


Merkur

geht in der letzten Februarwoche in seine beste Abendsichtbarkeit des Jahres. Zwischen dem 24. und 29. wird er etwa von 18;15 Uhr und 1825Uhr sichtbar. Er verschwindet im Horizontdunst am 24. um 19:00 Uhr und um 19:30 Uhr am 29. Die besten Phasen seiner Sichtbarkeit liegen im März.


Venus

Wandert vom Wassermann in die Fische und erobert sich weitere Sichtbarkeitszeit am Abendhimmel. Am 1. geht sie noch um 20:52 Uhr unter, am 29. erst um 22:10 Uhr. Auch ihre Helligkeit nimmt auf -4,3 mag zu.


Mars

im Krebs verlagert seine Aufgangszeiten weiter bis in die Zeiten der abendlichen Dämmerung gegen Ende Februar: Um 20:39 Uhr passiert der Rote Planet die Horizontlinie, am 15. schon um 19:27 Uhr und am 29. sogar schon um 18:04 Uhr – kurz nach Sonnenuntergang! Der Marsdurchmesser wächst bis Ende des Monats von 12 auf 13,7 Bogensukuden an. Die Opposition Anfang März ist nicht mehr fern. Karte mit der Bewegung von Mars am Himmel von Juli bis Dezember 2011 (260KB)


Jupiter

im Widder zieht sich aus der zweiten Nachthälfte zurück und geht am 1. noch um 00:40 Uhr unter. Am 15. wandert er um 23:53 Uhr unter den westlichen Horizont und um 23:11 Uhr am 29. Mit -2,2mag Ende Februar misst Jupiters Durchmesser am 29. noch gerade mal 34 Bogensekunden.


Saturn

in der Jungfrau tritt am 1. um 0:10 Uhr über den östlichen Horizont, am 15. um 23:11 Uhr und am 29. schon um 22:14 Uhr. Saturns Ringöffnung liegt bei 15°, sein Äquatordurchmesser wächst bis zum 29. auf 18,4 Bogensekunden.


Uranus

zieht sich allmählich vom Abendhimmel zurück. Am 1. geht er noch um 21:46 Uhr unter, am 15. schon um 2054 Uhr. Mit 5,9 mag hat Uranus in den abendlichen Stunden nicht mehr genug Höhe über dem westlichen Horizont. Bis zum 29.02. hat sich Uranus vom Abendhimmel verabschiedet. Er hat dann noch einen Abstand von ca. 22 Grad zur Sonne.


Neptun

verharrt unbeobachtbar am Taghimmel und steht am 19. in Konjunktion mit der Sonne.

IAU-Definition für den Begriff "Planet" (IAU: Internationale Astronomische Union):
Ein Planet ist ein Körper der ausschließlich um die Sonne und keinen weiteren Körper läuft. Seine Form erreicht annähernd kugelförmige Gestalt. Seine Gravitation ist ausreichend groß, um seine Umgebung zu bereinigen. Er dominiert seine Umgebung also gravitativ.


Zwergplaneten


Ceres

bleibt unbeobachtbar am Taghimmel Karte mit der Bahn von Ceres von August bis Oktober 2011 (298KB)


Pluto

hat am 1. zu Dämmerungsbeginn (6:41 Uhr) nur ein Höhe von 8 Grad überm Horizont. Zu wenig für ein 14,3 mag schwaches Objekt! Am 29. hat Pluto zu Dämmerungsbeginn um 05:55 Uhr eine Höhe von 14 Grad erreicht.

IAU-Definition für den Begriff "Zwergplanet" (IAU: Internationale Astronomische Union):
Ein Zwergplanet ist ein Körper der wie ein Planet ausschließlich die Sonne und keinen weiteren Körper läuft. Seine Gestalt ist ebenfalls annähernd kugelförmig. Aber seine Gravitation reicht nicht aus, um seine Umgebung zu bereinigen. Er darf außerdem kein Satellit(Mond) eines Planeten sein!


Kleinkörper der Sonnensystems

Astraea, "Planetoid" Nr.5, wandert im Grenzgebiet zwischen Löwe und Jungfrau. Gegen Ende des Monats erreicht Astraea 9,3 mag Helligkeit. Ihre Kulminationen: Um 03:33 Uhr am 1., um 02:36 Uhr am 15 und um 01:34 Uhr.
Eros, "Planetoid" Nr.433, bewegt sich mit 8,5mag in Deklination südwärts durch den Löwen über den Sextanten in die Wasserschlange. Eros' Meridianpassagen: Am 1. um 02:11 Uhr, am 15. um 0:57 Uhr und am 29. um 23:38 Uhr. Bis Monatsende sinkt die Helligkeit von Eros auf 9,1mag ab.
IAU-Definition für den Begriff "Kleinkörper des Sonnensystems" (IAU: Internationale Astronomische Union):
Kleinkörper des Sonnensystems sind alle weiteren die Sonne umlaufenden Körper, die nicht Planet oder Zwergplanet sind. Der Begriff "Kleinplanet" sollte nicht mehr verwendet werden.


Meteorströme



Die Alpha-Aurigiden tauchen vom 6. bis zum 9. Februar in die Erdatmosphäre ein. Das Maximum ist eher unauffällig. Ihr Radiant liegt nahe Capella. Die Geschwindigkeit ist langsam (unter 30 km/sec).

Um den 25. Februar erreichen die Delta-Leoniden ihr Maximum. Zwischen dem 15. Februar und dem 10. März besuchen uns diese langsamen Meteoroiden (um 23 km/sec.).

Die Virginiden stehen schließlich vom 29. Februar bis zum 10. Mai an! Um den 3. April liegt ihr unauffälliges Maximum.




Der Fixsternhimmel

Der Sternenhimmel des Monats


Der Sternenhimmel im Februar 2012
Objekte für Ferngals und Fernrohr
Sternbildportrait: HYDRA
Einzelne Sterne in der Hydra




Der Sternenhimmel

Um den 15. Februar gegen 24 Uhr hat das Wintersechseck den Raum über dem Westhorizont eingenommen! Das Sternbild des Löwen steht vor seiner Kulmination. Unter ihm ist der Kopf der Wasserschlange zu sehen, dicht östlich davon Alphard, Hauptstern der Wasserschlange. Die Wasserschlange ist das Größte der 88 Sternbilder. Und das Längste dazu! In Rektaszension überspannt es eine Länge von 08h 11m bis 15h 04m! Also vom Einhorn bis zur Waage. Fast ein Drittel des gesamten Himmelsumfangs knapp unterhalb des Äquators.

Löwe und Wasserschlange füllen den Himmel zwischen Osthorizont und Meridian. Die Sternbilderkette aus Löwe, Haar der Berenike, Jagdhunde und Großer Bär eröffnet nun die Galaxienzeit. Dafür ist auch die Jungfrau schon hoch genug aufgestiegen. Wir können unsere 40x150 Fujinon-Feldstecher, die bislang im Keller rumgelegen haben, nun endlich rausholen und in den Himmel halten.

Unterhalb der Wasserschlange sollten bei klarstem Wetter und gutem Beobachtungsstandort (hoch) (teilweise) die südlichen Sternbilder Antlia (Luftpumpe), Pyxis (Kompass) und Puppis (Hinterdeck des Schiffes Argo) zu sehen sein.

Den Frühling kündigen die großartigen Figuren des Bootes und Hercules über dem Osthorizont an. Wega ist in Nord-Nord-Ost eben aufgegangen.

Im Norden hat die Milchstraße im Cepheus ihre tiefste Stellung erreicht und strebt wieder höhere Stellungen zu: Bald wird der Schwan mit Adler und Leier wieder den kommenden Sommer verheißen und damit auch die helleren Teile unserer Heimatgalaxie. Die Nähe zur Wintermilchstraße offeriert uns einige Deep-Sky-Objekte:



Objekte für Fernglas und Fernrohr

Das Sternbildportrait des Monats wird die Hydra zum Ziel haben.

Der Sternhaufen M 48 aus der Januar-Übersicht ist wieder mit dabei. Als prominentestes Objekt gilt sicher die Galaxie M 83. Durch ihre südliche Stellung ist sie eine Herausforderung! Weitere Objekte siehe unten stehende Tabelle.

Tabelle mit einigen Deep-Sky-Objekten:

NrObjektbezeichnung
-NGC oder "M"
ConstObjektHelligkeit
mag
Oberflächenhelligkeit
in mag
Größe in Bogenminuten
1 M 48 HYA OSt 6 13 40
2 3242 HYA PlaN 8 6 0,6
3 3115 SEX Gx 9,5 11 5
4 M 68 HYA KgStH 8 13 8
5 M 83 HYA Gx 8 12 8
6 M 104 VIR Gx 8,5 12 8


Doppelsterne mit schönen Farbkontrasten:
SternAbstand in BogensekundenHelligkeit Farbe
Struwe 1270 4,7 6,4 und 7,4 mag weißlich/blau
Epsilon HYA 2,8 3,8 und 6,8 mag weißlich/blau
15 HYA 0,09/45,7/51,9 5,6/8,6/9,6/10,7 mag gelb/blau/weiß/weiß
Struwe 13577,5 10,4 und 6,9 mag oranges Paar


Ein interessanter Veränderlicher ist S HYA. Er steht am unteren östlichen Rand des schön geformten Kopfes der Hydra. Seine Periode beträgt 256 Tage und er schwankt zwischen 7,4 und 13,3 mag; ist also für mittlere Fernrohre und größere Ferngläser geeignet!



Sternbildportrait: Hydra, die Wasserschlange

Die Wasserschlange taucht in zwei Sagen auf: Die bekanntere Variante führt den Helden Herakles als Bezwinger der Hydra auf, die er in seinen Aufgaben besiegen musste. Die Hydra, eine Figur halb Mensch halb Tier, war verschwistert mit dem Drachen Ladon, der die Goldenen Apfel der Hespiriden bewachte und auch als Sternbild existiert. Die Hydra ist die sprichwörtliche Schlange mit vielen (9) Köpfen. Einer soll sogar unsterblich gewesen sein.

Ähnlich der Sage um das Meeresungeheuer Cetus (Kaitos) verwüstete die Wasserschlange ebenfalls ganze Siedlungen und Landstriche. Sie hauste in einem Sumpf und unternahm von dort aus ihre Zerstörungszüge. Kompliziert wurde die ganze Sache dadurch, dass ihr Atem und sogar der Geruch ihrer Spuren so giftig waren, dass jeder der damit in Kontakt kam, auf der Stelle starb.

Herakles lockte die Hydra mit Feuerpfeilen aus ihrem Versteck und versuchte, ihre Köpfe abzuschlagen. Leider wuchsen sofort jeweils zwei neue Köpfe nach (heute noch sprichwörtlich). Mit Hilfe seines Wagenlenkers gelang es Herakles jedoch, die Stellen der abgeschlagenen Köpfe nacheinander auszubrennen. Ebenfalls den unsterblichen Kopf schlug er ab und vergrub ihn unter einem mächtigen Felsen. In den Kampf mit der Wasserschlange mischte sich auch ein Krebs ein, der aus dem Sumpf hervorkroch und Herakles ins Bein biss. Er wurde von dem Verletzten zertreten und landete ebenfalls am Sternenhimmel. Dort steht er zwischen den Zwillingen und dem Löwen.

Andere Quellen berichten von einer Verwicklung in die Geschichte über den Raben und dem Becher, die sich ja am Himmel auf dem Rücken der Hydra befinden.

Angeblich schickte der Gott Apollon einen Raben los, um ih Wasser holen zu lassen. Der Rabe tat dies auch, pausierte aber unterwegs ausgiebig, um sich erstmal an einem Feigenbaum satt zu essen. Apollo bemerkte nicht nur die verspätete Ankunft des Vogels, sondern durchschaute auch dessen Lüge: Demnach sollte ihm eine Wasserschlange den Weg zur Quelle versperrt haben. Prompt schickte Apollo den Raben an den Himmel, aber so zwischen einer Biegung der Hydra, dass der Rabe "Corvus" nicht mehr aus der Wasserschale, dem Becher " Crater" trinken konnte.



Die Karte wurde erstellt mit GUIDE 8.0

Der dargestellte Himmelsanblick auf der Karte gilt für den 15.02.2002. 03h, 28.02 02h, 15.03. 01h, 31.03. 24h, 15.4. 23h, usw. Die Zeiten sind ca.-Angaben.



Einzelne Sterne in der HYDRA:

Alpha leuchtet gelblich mit 2,0 mag und gelblicher Farbe in 180 Lichtjahren Entfernung. Sein Name, Alphard, bedeutet so viel wie Al Fard al Shuja, "Der allein stehende Stern in der Schlange." Bei den Chinesen war er "Tsing Kew", der "Grüne Hügel." Auch "Suhail", der "Nördliche", war in Gebrauch.

Beta leuchtet bläulich mit 4,3 mag Helligkeit in und ist 360 Lichtjahre entfernt. Bei den Chinesen war er "Tsing Kew", der grüne Hügel", den er mit dem Stern Xi zusammen bildete.

Gamma ist gelblich, 3 mag hell und ist 132 Lichtjahre entfernt

Delta leuchtet bläulich mit 4,1 mag bei 175 Lichtjahren Abstand.

Quellen:

Himmelsjahr 2012, Kosmos-Verlag
Sternbilder und ihre Mythen, Springer-Verlag
Starnames - Their Lore and Meaning, Dover Publ. Inc.
Atlas für Himmelsbeobachter, Kosmos-Verlag
The Night-Sky Observers Guide, Willmann-Bell Inc.
Sterne erzählen, Walter-Verlag


Viel Spaß beim Beobachten!

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© Matthias Elsen, letzte Änderung am 31.01.2012