Ich verbrachte nur den einen Tag auf dem ITV und hatte keine Gelegenheit, durch eines der Riesengeräte ein paar Spiralarme zu zählen. Aber eines steht fest: Das ITV macht auch ohne Sterne Spaß !
Christine Geisler
Um 17.00 Uhr hieß es "lift off" für die Fahrt zum 7. ITV! Jeder Liter Stauraum ist genutzt! Harte Lenkmanöver verbieten sich. Nach der Abfahrt am Hattenbacher Dreieck kommt langsam Spannung auf. Gegen 18:30 Uhr rolle ich bei Alsfeld von der A5. Jetzt wird's ernst! Schließlich geht es in Groß Felda wegweisergerecht nach Stumpertenrod. Dort angekommen, bog ich am Ortseingang nach rechts. "Na ja! Wenn da noch keiner ist, fährste halt wieder nach Hause! Wir haben ja erst Dienstag"! Hinter Stumpertenrod die 1. Kurve. Jetzt sieht man schon die Windräder. Noch eine Kurve und mein Blick fällt auf den...schon zu 1/3 besetzten Platz. Heftig!
Ich suche mir gemütlich einen Platz. Den Wagen umzuräumen und schlaffertig zu machen, nehme ich mir Zeit. So gegen 20:00 Uhr rollt auch bereits Martin (Birkmeyer) ein. Walter begrüßt mich mit Handschlag, als ich einen ersten Rundgang über den Platz mache. Christian Harder vom GVA ist auch da. Später begrüßt mich auch Martin Birkmeyer. Als es gegen 21:30 Uhr langsam dunkel wird, schwächelt der Himmel. Ein Astronom mit einem 14,5" ICS-Newton zeigt mir einige Objekte (M13, M51!) Erst als gegen 0:00 Uhr mühsam die Sterne des Hercules (Zenit 4.0/5.0) doch noch sichtbar werden, zeichnet M13 richtig schön!. Um 0:30 haue ich mich hin.
Mi. 20.05.98
Um 07:30 Uhr bin ich beim Duschen der erste. Die Tür
zum Vereinsheim ist offen. Mein Blick fällt zur Seite: Ein Karton mit
Brötchen. Schnell: Duschen, rasieren, umziehen, fertig. Wagen auf.
Raus/rein/hin/her. Schließlich steht der Tisch draußen, 2 Brötchen
liegen darauf, löslicher Kaffee ist fertig und es geht los. Nachmittags
versuche ich etwas zu dösen. Um ca. 16:30 Uhr kommt Britta, abends Bernd
Lechte. So sind wir schon 3 Göttinger. Viel Schlaf habe ich bei meiner
Nachmittagsdöserei doch nicht gefunden. Abends wird das Wetter genauso
beschissen wie am Dienstag. Einige Doppelsterne mit meinem Nachbarn-
mehr ist nicht drin. Britta hat aber in einem 20"er M13 und M51 gesehen!
Bernd ist von den Dobsons regelrecht begeistert!
Do., 22.05.98
Bis 07:00 Uhr durchgeschlafen. Das Flacherlegen der
Schaumgummi-Matratze hatte sich am Abend zuvor also gelohnt. Spät - etwa
um 10:00 Uhr - gibt's Frühstück. Danach helfe ich Martin und Walter mit
Klebeband aus. Trotz etwas Regen ist die Stimmung auf dem Platz gut.
Nachmittags kommen Christine und Jürgen! Im Wohnmobil befinden sich
Schokolade, div. Suppen, Nudeln usw. Von 15-17:00 Uhr präsentiere ich
meine Bildermappe und die Zeichnungen im Vereinsheim. Das Echo ist ganz
positiv. Jemand in Berlin will meine Regenbogenfotos haben! Am frühen
Abend essen Christine, Jürgen und ich Miracoli in Jürgens Wohnmobil.
Zuvor haben wir Fotos vom Platz aus der Umgebung gemacht. Britta ist
derweil schon nach Hause gefahren. Mit vollem Bauch schleppe ich mich
zum Auto. Regen und bleigraue Wolken lassen kaum ans Beobachten denken.
Doch um 01:30 Uhr ist klarer Himmel. Aber gegen 02:15 zieht es wieder
zu. Ich öffne einige male die Tür und hänge mich im Bette steckender
Weise aus dem Auto "Hallo Ophiuchus!" (kalt, kalt!).
Fr. 22.05.98
Morgens um 06:30 Uhr stehe ich auf. Eis auf dem Dach
meines Polos! Wahnsinn. Ich gönne mir im Vereinsheim eine Dusche. So um
07:00 Uhr fege ich das Vereinsheim aus. Auch heute tut sich nichts
besonderes. Abends fertige ich einige Zeichnungen an: An Frank
Richardsens 20" Newton, den ich benutzen darf, versuche ich mich an M81
und M82. Am 25x150 Fujinon auf der Gabel versuche ich mich an M57.
Martin hinter mir. "Na? rentiert sich's?"
Sa. 23.05.98
Tagsüber schönes Wetter mit großen blauen
Wolkenlöchern. Die Sonne ist sogar warm! Einige Sonnenflecken sind schön
zu sehen. Ich zeichne, um meinen Zeichnungshefter wenigstens etwas zu
füllen. Um 12:00 Uhr findet die Preisverleihung für die originellsten
Selbstbauteleskope statt. Der "Whirlpool-Newton" hinter Jürgens
Wohnmobil gewinnt einen Preis. Ein Minidobson, der allen so gefallen
hat. Die Supermontierung von Michael Koch aus Osterode und schließlich
der 40x150 Fujinon auf dem Zahnarztstuhl von Harald Simon aus Oldenburg.
Wolf-P. Hartmann hält die Siegerehrung ab. Abends wird das Wetter wieder
so schlecht, daß ein Beobachten unmöglich wird. Bevor ich mich hinlege,
setze ich mich mit Martin zusammen, und wir überlegen gemeinsam, wie man
beim nächsten Treffen Namensschilder verteilen könne. Er ist dem
zumindest nicht abgeneigt. Als ich im Wagen liege und weiß: "Dies wird
die letzte Nacht sein", sehe ich in Richtung Vereinsheim. Da stehen zwei
und sehen zum Himmel. Gegenüber der sonstigen Dunkelheit sind die beiden
von der Beleuchtung des Heims hell erleuchtet. Als sie gemeinsam zum
Himmel deuten, sieht das aus wie ein Abschiedsgruß bis zum nächsten
Jahr.
So., 24.05.98
Nachdem kaufmännisch mit Martin alles geregelt ist, frühstücken Jürgen
und ich gemeinsam. Und danach packe ich allmählich meine Sachen. Als
mein Wagen schließlich rollt und der Platz hinter mir verschwindet, tut
sich ein mächtiger ITV-Blues auf. Bis 1999!
Matthias Elsen
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