ASTRO-URLAUB AUF DER EMBERGER ALM
Anreise
Göttingen. 10°östl. Länge 50,5°nördl. Breite, 07:45 Uhr; 17.09.98, Bramwaldstr.
6A. Tags zuvor habe ich das Auflegen meiner neu erworbenen Schneeketten geübt.
Ich bin so stolz darauf, daß es geklappt hat, daß ich gleich dreimal aufziehe
und abnehme. Auf und ab. So geht das. Schön..-aber jetzt steht alles bereit zum
Roll Out auf die Startrampe. Ob der Polo mitmacht? Keine Frage! Ob das Wetter
mitmacht? Große Frage.!! Zuvor erhalte ich von den Sternfreuden Hondelage eine
aufmunternde Postkarte. Drauf steht (u. a.): "Ätsch! Klarer Himmel!" Die sind
nämlich nach Südfrankreich gefahren. Nach einigen Staus passiere ich die Grenze
in Salzburg um ca. 15:00 Uhr. Einige Pässe später nähere ich mich der Abfahrt
Richtung Lienz bei Spittal und beginne den Aufstieg in die Nordwand der Emberger
Alm. Ich zähle mit: 24 Spitzkehren und den 2. Gang im Anschlag zieht sich mein
Auto hoch. Schließlich kommt der aus dem letzten Jahr wohlbekannte Gasthof ins
Blickfeld.
Erlebnisse
Angekommen. "Pock mer's". Einen Blick auf die Uhr. 18:00 Uhr. Km-Stand: 837.
Also gut 10 Stunden für die Fahrt. Geht doch! Und kein Schnee! Nachdem ich Conny
und Wolfgang begrüßt habe, fahre ich erst einmal den Wagen vor den Haupteingang
(Derrick: "Harry! Fahr' schon mal den Wagen vor!") und lade meine Sachen aus.
Kurze Zeit später finde ich mich im Gastraum neben einem älteren Ehepaar und
einem jungen Mann wieder. Alles Leute von der astronomischen Zunft. Sofort
beginnt ein reger Austausch über Geräte, das Wetter; wie lange man schon da sei
usw. Michael Hensel (Den Namen das netten älteren Ehepaars habe ich schon wieder
vergessen) aus Berlin meint, ich solle meine Geräte doch in die Hütte neben dem
Gasthof abstellen. (Also wie letztes Jahr) . Ha! Das wäre geschafft. Also kann
ich besser aufbauen ohne lange Schlepperei. Vom Ansturm zum ITT ist noch nix zu
sehen. Das findet aber auch erst am nächsten Wochenende statt. Als Britta am
19.09. um 10:00 Uhr eintrifft ist die AVG-Delegation endlich perfekt. Außerhalb
der Tage mit wirklich gutem Wetter liegt wieder das Rätselbuch vor uns. Wie gut,
daß ich Bleistift und Radiergummi mit habe.
In der ersten Nacht nimmt Britta unseren Kabelaufbau für die E-Versorgung mit. Michael und ich verstauen daraufhin den Kabelverhau unter einer schweren Sitzbank zwischen unseren Fernrohren. So müßte das eigentlich brittafest sein. Die zweite Kabelkatastrophe ereignet sich in der vorletzten guten Nacht. Britta reißt einen Ihrer Motorstecker ab. Tags drauf sehe ich mir den Stecker an. Sauber abgetrennt. Wie macht man sowas? Als ich am letzten Tage meine Sachen trockne, gesellt sich Britta hinzu, und wir klönen über Ihre Anziehungskraft auf Kabel. Plötzlich bricht sie vor Lachen auseinander: Sie hält einen meiner Akkuverbindungsstecker in der Hand! Das Kabel ist fein säuberlich vom Stecker getrennt. In Norddeutschland gibt es einen Baggerfahrer namens Hannes Kabeltod. Ist Britta mit ihm verwandt?
Viel zu schnell gingen die Tage auf der Emberger Alm zu Ende. As ich am 26.09.98 um 10:30 den Rückweg antrete, bin ich gespannt auf die Resultate. Nachdem ich den 27.09. dank Schumi und Wahl recht kurzweilig zu Ende bringe, zieht es mich am Mo., den 28.09. in die Stadt zu Foto-Team: "Zwoi Klänbuidfuim uund ähn Roallfuim köönens mia entwicköön. Bietschöön net schnoidn". Hoppla - da hat's leicht geöstereichelt. Ergebnisse Mein Aufenthalt auf der Alm dauert vom 17.09 bis zum 26.09.98 Klare Nächte ergeben sich am:
| Datum | Aufbau/Abbau |
|---|---|
| 18./19.09. | 19:30 - 04:00 |
| 22./23.09. | 20:00 - 00:30 (Bis um 01:00 hat sich der gesamte Himmel zugezogen.) |
| 23./24.09. | 20:00 - 05:00 |
| 25./26.09 | 19:30 - 01:00 (Abbruch wegen Feuchtigkeit) |
| Objektiv | Objekt | Blende | Datum | Belichtungs-Zeit |
| 150mm ISCO 1:2,3 mit 800 ASA |
SCT/AQL/M11 M8/M20/M24 7000+Pelican-N. Barn. Loop/ORI Calif.-N + IC 348 IC1396 |
2,3 2,3 2,3 2,3 2,3 2,3 |
22.09. 22.09. 22.09. 24.09. 24.09. 22.09. |
21:39 - 21:49 21:55 - 22:05 22:39 - 22:49 03:57 - 04:14 00:53 - 01:05 23:02 - 23:17 |
| 400mm ISCO 1:4 mit 400 ASA |
M31 | 4 | 24.09. | 03:05 - 03:35 |
| 24mm ISCO 1:4 mit 800 ASA |
Strichspur Zodikallicht |
5,6 5,0 |
24.09. 24.09. |
01:15 - 01:35 04:35 - 04:45 |
| 300mm Olympus 1.4,5 mit 800 ASA |
Cirrus-Nebel S 147 |
5,0 5,0 |
23.09. 24.09. |
00:10 - 00:40 01:40 - 02:10 |
| 80mm Pentacon 1:2,8 mit 400 ASA |
Sgr M8/M20 | 4,5 | 25.09. | 20:00 - 20:20 |
| 28mm Olympus 1:2,8 mit 800 ASA |
Milchstraße Milchstraße Milchstraße Milchstraße Milchstraße |
4,5 4,5 4,5 4,5 4,5 |
23.09. 23.09. 23.09. 24.09. 24.09. |
21:45 - 22:00 22:05 - 22:20 22:27 - 22:37 02:35 - 02:50 04:27 - 04:42 |
| 2000mm C8 mit 800 ASA |
Plejaden M57 |
10 10 |
23.09. 23.09. |
23:05 - 23:25 23:43 - 00:03 |
Ein Blick durch ein 14,5" mit einem O3-Filter in der Nachbarschaft ließ mir den Atem stocken: Als wenn man sich den Cirrus-Nebel in einem Buch bei dunklem Licht ansieht. Also: Für den Weihnachtswunschzettel: In einem 20-Zöller war M76 zu sehen.
Versäumnisse
Tja! Dann kam das Resultat: Richtig scharf sind nur die Aufnahmen mit dem
Weitwinkel von Olympus und dem 400 Tele von ISCO mit der Mittelformatkamera. Die
Aufname mit dem 80mm-Pentacon-Objektiv sind zwar am Rand knackscharf. Aber die
habe ich während der feuchten Nacht am 25.09. gemacht. Offensichtlich hat das zu
einer beträchtlichen Abweichung von der Filmplanlage geführt. Und die Aufnahmen
mit dem 150mm ISCO-Objektiv sind allesamt unscharf. Trotz meiner Bemühungen,
doch noch den Fokus zu treffen! Da ich besonders viel mit dem 150er ISCO
fotografierte, bleiben nur einige wenige Aufnahmen übrig.
Was ist zu verwenden?
Mein Milchstraßenpanorama werden ich wohl aus den Weitwinkelaufnahmen
zuammensetzen können. Die 400mm Aufnahme vom Andromeda-Nebel ist ganz passabel
geworden. Soviel läßt sich im Fotoladen auf dem Leuchttisch bereits erkennen.
Auch die prächtigen blauen Höfe um die helleren Sterne. Aber die kann man ja
beim Scannen und Verarbeiten noch her-ausbekommen..! Die Aufnahme des
Sternfeldes mit S147 im Taurus ist wenigstens im Gegensatz zum Cirrusnebel
richtig von mir nachgeführt worden. Aber von S147 ist nix zu sehen. Länger
belichten!! Die beiden Fokalaufnahmen durchs C8 lassen sehr schön einige
Nachführfehler erkennen. Die Aufnahme von M 57 ist dabei bislang meine beste.
Der Nachführfehler hier ist recht akzeptabel und M57 ist schon schön zu sehen.
Die Schärfe bleibt auch hier das Hauptproblem. Da wird wohl ein "Shure-Sharp"
unter dem Weihnachtsbaum liegen. Immerhin soll es nächstes Jahr auf den
Gornergrat gehen. Und vorher wird weiter geübt - ob bei Vollmond oder am Tage -
ich komm' wieder; keine Frage!
Clear skies
Matthias Elsen
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