Folgende Vorgehensweise empfiehlt sich:
Schritt
4: Bei diesem Schritt können u.a. technische Mängel und Schwachpunkte einer Gabelmontierung sichtbar gemacht werden; z.B. Mißweisung der Gabelarme aus der lotrechten Position zum Motorblock oder besser: der Stundenachse, Mißweisung der Achsstummel zur Senkrechten der Gabelarme... . Also, nachdem die Schritte 1-3 den Telrad justiert haben, wird der nächste Schritt (hoffentlich) die Ausrichtung von Tubus und Gabelarmen parallel zueinander zur Folge haben. Leider sind werksmäßig keine Anhaltspunkte dafür gegeben. Mit einem langbrennweitigen Okular wird bei gleichzeitiger Beobachtung von Polaris die Stundenachse hin und hergedreht. Wahrscheinlich wird der Stern in irgendeine Richtung auswandern und dabei einen mehr oder weniger flachen Bogen beschreiben. Sollte Polaris im Zentrum des Okulars verbleiben- Glückwunsch! Auch eine kleine Ellipse oder ein Kreis sind schon das Optimum und nicht mehr verbesserungsfähig. Ich habe immer ein 30 mm Okular verwendet und erhielt eine elliptische Figur bei Drehung der Stundenachse. Aber die Regel ist leider, daß beim Drehen der Stundenachse Polaris aus dem Gesichtsfeld verschwindet. In diesem Fall wird die Deklinationsschraube um einen geringen Betrag (z.B. 1/2 Knopfdrehung) verstellt und 4 wiederholt. Als Folge wird die Dauer, in der Polaris im Gesichtsfeld verbleibt (während gleichzeitiger Drehung der Stundenachse), länger oder kürzer. Verschlechtert sich das Ergebnis, muß die Deklination in Gegenrichtung geschraubt werden. Die Beobachtung zeigt :
Man kann während der Drehung der Stundenachse auch den Telrad benutzen; Ziel ist es, in diesem Schritt Polaris beim Verdrehen zentral im Okular zu halten (oder zentral im Telrad). Wandert Polaris nicht mehr aus, bedeutet das, daß wir unsere Polachse exakt auf diesen Stern ausgerichtet haben.
5: Der abschließende Schritt richtet die Polachse sofort auf den wahren Himmelspol. Und zwar, wie oben schon angedeutet, wird nur die Polhöhenwiege und die Polhöhenneigeplatte so verstellt, daß sich Polaris und die beiden Sternchen 6m wie in Abbildung 3 im Telrad darstellen. Nein, nicht wörtlich nehmen, sondern in irgendeine Position fahren, die der Abb. 3 entspricht. Schrauben anziehen - fertig!
Wird jetzt die Stundenachse verdreht, kann man unter gleichzeitiger Beobachtung durch das Sucherfernrohr feststellen, wie die beiden Sternchen auf dem 2° Kreis laufen - der Himmelsanblick dreht sich um den Pol.
Aufmerksame "Einnorder" werden festgestellt haben, daß es sich bei der von mir vorgestellten Methode um eine Art "Quickscheiner" handelt, die je nach Mißweisung ca. 15-20 Min. in Anspruch nimmt.
Geht aber auch schneller!
Noch ein Tip zu Schritt 4:
Das Parallelstellen von Tubus und Gabelarmen läßt sich auch am Tag durchführen. Hierfür senken wir die Polhöhenneigeplatte so weit ab, bis ein markantes Landobjekt z.B. Kirchturmspitze o.ä. erreicht werden kann. Das Objekt sollte schon einige Kilometer entfernt sein. Haben wir - wie unter Schritt 4 beschrieben - unsere punktförmige Rotationsfigur gefunden, markieren wir an einer Stelle Gabel / Tubusübergang diese Position z.B. mit einem flexiblen Metermaß, das nach dem Aufkleben mit einem Teppichmesser mittig längs zerteilt wird. Dadurch erhalten wir eine Art Nonius, der des Nachts nur genullt zu werden braucht und uns so Schritt 4 erleichtert. Sicherlich - ich gebe zu, das liest sich vielleicht für manche/n alles sehr problematisch und erscheint für die Praxis sehr umständlich umzusetzen. Ich habe meine praktischen Erfahrungen mit dieser Methode erzielt und empfehle, sie Schritt für Schritt anzuwenden und sich zu vergegenwärtigen, welchen Stellenwert jeder Schritt in der Praxis hat. Am Fernrohr funktioniert das in sich logisch aufgebaut fast von selbst.
Frank Teske
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