Kleine Auswahl astronomischer Objekte für Beobachtungen mit dem Fernrohr
Castor
Er ist groß, blau und strahlt. Er ist radioaktiv und geht mit seiner Energie nicht gerade sparsam um. Manche
Leute behaupten, es gäbe noch mehrere davon. Dem Laien ist er als millionenschweres Transportunterfangen
bekannt, dem Mythologen als Sohn des Zeus, welcher in das Reich der Toten eingehen mußte. Für uns bietet
Castor allerdings sehr Erfreuliches. Er sieht gut aus, und ist durch seine kurze Umlaufzeit sehr berühmt
geworden. Ihr findet ihn in den Zwillingen, wo er den rechten Kopf der Brüder Castor und Pollux bildet.
Castor wird von zwei naheliegenden Sternen umkreist. Einer von ihnen kann mit kleinen Instrumenten entdeckt
werden. Er umkreist Castor in 350 bis 400 Jahren einmal.
Es handelt sich bei ihm um einen visuellen Doppelstern. Ab einer Vergrößerung von etwa 60x werdet Ihr Castor
in zwei Sterne zerlegen können. Beide Sterne erscheinen etwa gleich groß und leuchten bläulich.
Bei mondhellen Nächten sind diese beiden dankbare Beobachtungsobjekte.
Zenitprisma
Zenitprisma
Algieba
Die Stirn des Löwen ist nicht nur ein normaler leuchtender Stern. Er gehört zu den bekanntesten Doppelsternen
des Himmels. Algieba (g Leo) ist leicht zu finden. Er ist der helle Stern über Regulus im Löwen. Im Fernrohr teilt
er sich ab 128 x in zwei Lichtpünktchen. Das eine leuchtet gelb. Das ist Algieba. Das andere leuchtet grünlich.
Das ist der Begleitstern, welcher für einen Umlauf ca. 619 Jahre benötigt. Wilhelm Herschel entdeckte dieses
Pärchen das erste Mal im Jahr 1782. Zu dieser Zeit betrug der Abstand noch weniger als 2 Bogensekunden.
Mittlerweile trennen die beiden immerhin schon 4,4 Bogensekunden.
Zenitprisma
Zenitprisma
Porrima
In der Jungfrau befindet sich ein weiterer sehr hübscher Doppelstern. Er hat eine Umlaufzeit von 171,85 Jahren.
Beide Sterne sind gleich hell und leuchten mit gelblichen Licht. Die beiden Sterne nähern sich momentan
unaufhaltsam. 1985 betrug ihr Abstand noch 3,5 Bogensekunden. Sie waren sehr leicht im 50 mm Teleskop zu
trennen. Nächstes Jahr wird ihr Abstand nur noch 1,8 Bogensekunden betragen. Das Minimum ist im Jahr 2007
mit nur 0,3 Bogensekunden erreicht. Bei der Beobachtung 1997 habe ich beide noch deutlich getrennt
gesehen. Ein gutes Jahr später berührten sich die Lichtpünktchen schon.
Zenitprisma
Zenitprisma
Uwe Helten
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Letzte Änderung: 17.04.1999