Willkommen bei einer neuen Rubrik von StarChild! Jeden Monat werden wir an dieser Stelle eine häuftig gestellte Frage beantworten.
Die Fragen aus vergangenen Monaten könnt Ihr in unserem Archiv finden.
Es gibt zwei Zeitspannen, die mit dem Umlauf des Mondes um die Erde zu tun haben. Das führt oft zu Verwirrungen, aber es ist nicht schwer zu verstehen. Lasst uns das mal genauer anschauen!
Misst man den Umlauf des Mondes relativ zu einem fest stehenden Punkt ausserhalb des Systems Erde-Mond (zum Beispiel, wenn der Mond von der Erde aus gesehen an einem bestimmten Stern vorbeizieht), so erhält man die so genannte siderische Umlaufzeit.
Der Mond umkreist die Erde einmal in 27,3 Tagen. Diesen Zeitraum bezeichnet man als "siderischen Monat".
Misst man die Bewegung des Mondes relativ zur Sonne, erhaelt man die synodische Umlaufzeit des Mondes. Die synodische Umlaufzeit ist zum Beispiel der Zeitraum zwischen Vollmond und Vollmond oder zwischen Neumond und Neumond.
Der synodische Umlauf des Mondes dauert 29,5 Tage. Diesen Zeitraum bezeichnet man als synodischen Monat. Er ist etwa 2,2 Tage länger als der der sidirische Monat. Auch die Mondphasen beziehen sich auf die synodische Umlaufzeit des Mondes. Das heisst: wenn heute zum Beispiel Neumond ist, dann ist in 29,5 Tagen wieder Neumond.
Hinewis: denke daran, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Die synodische Unlaufzeit hängt mit den Mondphasen und damit mit der Stellung von Sonne Erde und Mond zusammen. Wenn wir unsere Messungen bei Vollmond starten, so ist der Mond einen sidirischen Monat (27,3 Tage) später noch nicht ganz voll. Denn der Mond muss sich noch etwas weiter auf seiner Bahn bewegen, um die Vollmondstellung zu erreichen. ... Und das nur, weil sich die Erde inerhalb eines siderischen Monats ein Stück weiter auf ihrer Bahn um die Sonne bewegt hat. Dieses Stück muss der Mond jetzt aufholen.
Lasst uns das mal nachrechnen: in einem siderischen Monat legt die Erde (0.985 Grad pro Tag) x (27.321 Tage) = 26.91 Grad auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne zurück. Der Mond bewegt sich mit einer Geschwindigeit von 13.17 Grad pro Tag. Um wieder die gleiche Stellung von Sonne-Erde-Mond einzunehmen, braucht er weitere 26.91/13.17 = 2.043 Tage. Das heisst: zwischen Vollmond und Vollmond liegen 27.321 + 2.043 = 29.365 Tage. Das ist der Hauptgrund, warum siderischer und synodischer Monat nicht gleich lang sind. Ein kleiner Teil geht auch darauf zurück, dass die Bahnen von Erde und Mond nicht kreisförmig, sondern elliptisch sind.
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