Willkommen bei einer neuen Rubrik von StarChild! Jeden Monat werden wir an dieser Stelle eine häuftig gestellte Frage beantworten.
Die Fragen aus vergangenen Monaten könnt Ihr in unserem Archiv finden.
Der dänische Astronom Jan Oort schlug vor, dass die Kometen aus einem Gebiet weit jenseits des Planeten Pluto stammen sollten. Dieses Gebiet wird daher als die Oort'sche Wolke bezeichnet. Statistiken besagen, dass es dort etwa eine Billiarden Kometen geben koennte, die einen bedeutenen Anteil der Masse des Sonnensystems ausmachen. Weil die einzelnen Kometen dort alle sehr klein und sehr weit von uns entfernt sind, können wir sie von der Erde aus nicht sehen und haben somit keinen direkten Beweis für die Existenz der Oortschen Wolke.
Der Kuiper-Gürtel ist ein scheibenförmiges Gebiet jenseits der Umlaufbahn des Neptuns, das sich in Entfernungen zwischen 30 und 100 AE (1AE = Abstand Erde-Sonne = 150 Mill. km) von der Sonne erstreckt. Dieser Gürtel enthält viele Objekte aus Eis, die zu Kometen werden könnten. Gelegentlich kommt es vor, dass die Gravitation der grossen Planeten eines dieser Objekte ins innere Sonnensystem zieht. In der Nähe der Sonne fangen sie an zu verdampfen und es bildet sich dann der typische Kometenschweif aus.
Obwohl die Oortsche Wolke viel weiter von der Sonne entfernt ist als der Kuiper-Gürtel, sieht es trotzdem so aus, als ob sie in der Nähe der Sonne (d.h. noch innerhalb des Kuiper-Gürtels) entstanden sind. Kleine Objekte, die sich in der Nähe der grossen Planeten gebildet haben, werden durch Gravitations-Wechselwirkungen mit diesen Planeten aus dem Sonnensystem herausgeworfen. Die Objekte, die das Sonnensytem nicht völlig verlassen haben, bilden heute die Oortsche Wolke. Die kleinen Objekte, die jenseits der grossen Planeten entstanden sind, haben keine derartigen Gravitations-Wechselwirkungen erfahren und bilden heute den Kuiper-Gürtel.
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