Der größte Teil unserer Sternbilder wurde vor mehr als 2000 Jahren von den alten Griechen eingeführt. Sie haben willkürlich Gruppen von Sternen zusammengefaßt und sie nach Figuren aus ihrer Mythologie benannt. Dementsprechend sind die Sterne eines Sternbildes verschieden weit von der Erde entfernt und haben auch in Wirklichkeit nichts miteinander zu tun.
![]() Das Sternbild Orion (links): Die Sterne dieses Sternbilds sind alle verschieden weit von der Erde entfernt (siehe Abb. rechts) und haben daher nichts miteinander zu tun. Die Entfernung der Sterne ist in Parsec und in Lichtjahre angegeben. Das Objekt mit der Bezeichnung 'M42' ist der Große Orion-Nebel. Die Größe der Erde ist nicht maßstabsgerecht! |
Das bekannteste Sternbild ist der "Große Wagen" - auch "Großer Bär" genannt. Im Frühling steht der große Wagen um Mitternacht genau senkrecht über uns. Im Herbst steht es dagegen tief über dem Nordhorizont.
Hat man dieses Sternbild einmal gefunden kann es gleich als Aufsuchhilfe
für das Sternbild "kleinen Wagen" oder "kleiner Bär"
dienen: Man braucht nur die Hinterkante des großen Wagens fünf mal zu
verlängern und schon kommt man zu einem recht hellen Stern, den Polarstern.
Dieser Stern markiert recht genau (bis auf 0.75°) den nördlichen
Himmelspol, d.h. den Punkt, um den sich der gesammte Himmel zu drehen scheint.
Der Polarstern steht immer im Norden. Dieser Stern bildet das Ende der
Deichsel des kleinen Wagens, ein Sternbild, das sonst nur aus schwachen
Sternen besteht. Man braucht schon einen recht dunklen Himmel um dieses
Sternbild vollständig erkennen zu können.
Viele Leute glauben, der Polarsten sei der hellste Stern am Himmel. Das
trifft aber nicht zu. Zwar ist er mit einer
scheinbaren Helligkeit von
2.08m der hellste Stern im kleinen Wagen, der hellste Stern am
Himmel ist er deswegen noch lange nicht. Der hellste Stern ist
Sirius im Sternbild "Großer Hund". Mit einer scheinbaren
Helligkeit von -1.46m ist Sirius 26 mal heller als der Polarstern.
Die Planeten Venus, Mars und Jupiter können sogar noch heller werden.
Hat man erst einmal den großen Wagen und den Polarstern gefunden, so
ist es recht einfach âuch die "Cassiopia" zu finden, denn sie
steht dem großen Wagen vom Polarstern aus gesehen genau gegenüber. Die
Cassiopeia sieht aus wie der Buchstabe "W". Daher wird sie
auch als "Himmels-W" bezeichnet. Zwischen Cassiopeia und kleiner
Wagen liegt das Sternbild "Cepheus" - ein recht unscheinbares
Sternbild aus schwachen Sternen. Es sieht aus wie ein schief stehendes
Haus.
Zwischen dem kleinen und dem großem Wagen schlängelt sich das Sternbild
"Drache" entlang. Ein sehr langgestrecktes Sternbild, das gar
nicht so einfach zusammenzubekommen ist.
Verlängert man die Deichsel des großen Wagens nach unten, so kommt man zu
einem sehr hellen, orange leuchtenden Stern: den Arcturus. Mit einer
scheinbaren Helligkeit von -0.04m ist er einer der fünf hellsten
Sterne am gesammten Himmel.
Der große Wagen kann benutzt werden, um noch ein weiteres Frühlingsternbild
aufzufinden. Verlängert man die Vorderkante des großen Wagens, so glangt
man zu Regulus, dem hellsten Stern im Sternbild Löwe. Der Löwe ist ein
sehr einprägsames Sternbild. Es erinnert sehr stark an die Figur eines
liegenden Löwen.
Links neben dem Löwen liegt das Sternbild Jungfrau - ein sehr ausgedehntes
Sternbild. Es ist nicht einfach dieses Sternbild vollständig
zusammenzubekommen. Der hellste Stern in der Jungfrau ist Spica. Er hat eine
scheinbare Helligkeit von 0.98m.
Die Gegend zwischen Jungfrau und Löwe ist reich an lichtschwachen
Galaxien. Dort liegt der sog. Virgo-Haufen (ein Galaxienhaufen, der ca. 3000
Galaxien enthält).
Die Sterne Regulus, Spica und Arcturus werden oft auch als das
"Frühlingsdreieck" bezeichnet.
Neben der nördlichen Krone findet man das Sternbild "Hercules".
Es ist ein recht ausgedehntes Sternbild, das aber nur aus schwachen
Sternen besteht. Der Hercules enthält nur Sterne 3. Größe
und schwächer. Daher ist es für den Anfänger nicht immer
leicht, dieses Sternbild zufinden. Im Sternbild Hercules befindet
sich der Kugelsternhaufen
M13.
Er ist unter sehr guten Bedingungen bereits mit bloßem Auge zu sehen -
in größeren Fernrohren (ab ca. 15cm Objektivöffnung) wird
er dagegen zu einem wahren Prachtobjekt am Himmel!
Neben dem Herkules liegt das kleine Sternbild "Leier". Die Leier
enthält einen sehr hellen, weiß leuchtenden Stern: die Wega. Sie hat
eine scheinbare Helligkeit von 0.03m. Damit ist sie nur ein wenig
schwächer als Arcturus im Bootes. Das Sternbild Leier ist leicht zu
erkennen. Es sieht aus wie ein kleines Karo.
Links neben dem Sternblid Leier findet man das große und recht
auffällige Sternbild "Schwan". Der Schwan wird manchmal auch
"Kreuz des Nordens" genannt. Er liegt mitten in der Milchstraße.
Der Stern am oberen Ende des Sternbildes heißt "Deneb". Er bildet
das Schwanzende. Man kann sich sehr gut vorstellen, wie der Schwan mit
ausgebreiteten Flügeln die Milchstraße entlang fliegt.
Das bekannteste Sternbild am Herbsthimmel ist die "Cassiopeia".
Links unterhalb von ihr liegt das Sternbild "Perseus".
Dieses Sternbild enthält relativ helle Sterne (ca. 2.Größe)
und ist für Anfänger nicht ganz leicht aufzufinden. Im
Perseus liegen zwei interessante Beobachtungsobjekte: die Sternhaufen
"h und chi" und der Bedeckungsveränderliche Algol, dessen
Lichtwechsel man leicht Beobachten kann. Die beiden Sternhaufen h und chi
sehen mit bloßem Auge betrachtet wie zwei dicht beieinander liegende
Nebelflecken in der Milchstraße aus. Aber schon im kleinen
astronomischen Fernrohr werden sie zu einem Diadem am Himmel.
Die aufälligste Figur am Winterhimmel ist der Himmelsjäger
"Orion". Das Sternbild spiegelt recht deutlich die Figur eines aufrecht
stehenden Mannes wieder. Die drei aneinandergereihten Sterne in der Mitte des
Sternbilds - Alnitak, Alnitam und Mintaka - bilden den Gürtel des Jägers.
Unterhalb der Gürtelsterne, im "Schwert des Orion" erkennt man
schon mit bloßem Auge einen blassen Nebelfleck, den
"Großen
Orionnebel" M42 - ein diffuser Gasnebel, indem auch heute noch neue
Sterne entstehen. Der rechte, untere Fußsstern heißt "Rigel".
Er ist einer der leuchtkräftigsten Sterne, die wir kennen (ein sog.
"blauer Überriese"). Der linke Schulterstern des Orions heißt
"Beteigeuze". Er ist ein "roter Überriese". Stünde
er an der Stelle unserer Sonne, so würde er bis zur Jupiterbahn reichen.
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