1.3 Das richtige für kalte Nächte
Einführung in die Astronomie Teil 1 - Der Sternenhimmel

1.3 Das richtige für kalte Nächte

Ein klarer Himmel läßt das Herz jedes Amateurastronomen höher schlagen. Aber ein klarer Himmel führt auch dazu, daß die Wärme sehr schnell in den Weltraum abgestrahlt wird. Folge: es wird schnell bitterkalt. Damit Ihnen nicht schon nach fünf Minuten die Lust am Beobachten vergeht, sollten Sie sich richtig darauf vorbereiten. Wir sagen Ihnen wie:

Kleidung

Das beste Mittel gegen Kälte besteht darin, warme Luftschichten am Körper zu halten. Luft, die durch kleine Fasern am Körper gehalten wird, ist ein sehr guter Isolator. Es kommt nicht darauf an, aus welchem Material die Fasern sind, sondern nur darauf an wieviele Zentimenter Sie davon am Körper tragen. Daher benötigen Sie keine besondere Spezialkleidung. Sie können die Kleidung verwenden, die Sie schon im Hause haben. Da Sie beim Beobachten in der Regel still stehen, sollten Sie sich lieber etwas wärmer anziehen.

Mehrere dünne Kleidungstücke übereinander getragen sind oft besser als ein dickes Kleidungsstück. Das äußerste Kleidungsstück sollte windundurchlässig sein, damit die kalte Luft draußen bleibt. Es sollte auch Gummibänder oder Kordeln haben, damit man es an Taille, Ärmel und Kapuze zuziehen kann.

Außerdem ist es wichtig, Ihren ganzen Körper gleichmäßig zu bedecken. Drei Pullover und ein dicker Mantel werden Sie nicht warmhalten, wenn ihre Beine nur mit einer Shorts bekleidet sind. Lange Unterwäsche und vielleicht ein Skianzug sind genau so wichtig wie ein warmer Mantel. 40% der Körperwärme gehen über den Kopf verloren. Eine warme Mütze und ein Schal sind daher wichtig.

Übergänge verschieden Kleidungsstücke sollten durch verschiedene Schichten abgedichtet werden, damit keine unbedeckten Stellen entstehen. Ziehen Sie z.B. die Socken über die Enden Ihrer Hosen. Damit verhindern Sie, daß kalte Luft an Ihren Beinen entlang strömt.

Schützen Sie Ihre Extremitäten. Finger, Ohren, Zehen und Nase fangen erfahrungsgemäß zuerst an zu frieren. Richtige Stiefel sind wichtig. Ihre Stiefel sollten sehr gut isoliert sein. Viele Amateure bevorzugen sogenannte "Moon Boots". Durch den Kontakt der Stiefel mit dem kalten Boden geht ebenfalls viel Wärme verloren. Daher sollten Sie Einlegesohlen verwenden. Achten Sie beim Kauf der Stiefel darauf, daß diese groß genug sind, um auch noch mehrere Paar Strümpfe tragen zu können. Die Stiefel dürfen Ihre Füsse nicht "einquetschen" und den Blutkreislauf behindern. Sonst fangen sie sehr schnell an zu frieren. Zum Schutz der Finger tragen einige Amateure dünne Skihandschuhe und ziehen dicke Fausthandschuhe darüber. Bei Bedarf werden die Fausthandschuhe einfach ausgezogen. Zum Schutz der Nase und des Gesichts kann man eine Skimaske verwenden. Nehmen Sie nur Skimasken mit einem Loch für den Mund. Sonst kriecht die feuchte Atemluft aus den Augenlöchern der Skimaske heraus und beschlägt die Okulare.

Essen Sie das richtige und vermeiden Sie Alkohol und Nikotin

Nehmen Sie vor der Beobachtung ein gutes Essen zu sich. Dann halten Sie es nacher länger im Kalten aus. Kohlenhydrate steigern den Blutzuckerspiegel. Dadurch kann Ihr Körper mehr Wärme produzieren. Süßigkeiten sind auch gut geeignet. Jedoch steigt dann der Blutzuckerspiegel schnell an und fällt anschließend auch schnell wieder ab. Langsamer geht es, wenn Sie ein Sandwich zu sich nehmen.

Heißer Kaffee mag zwar angenehm sein, aber er behindert den Blutkreislauf in den Extremitäten. Tabak hat die selbe Wirkung. Heißer Tee oder ein anderes süßes Getränk ist besser. Vermeiden Sie Alkohol! Er reduziert Ihre Fähigkeit schwache Lichteindrücke sehen zu können. Außerdem führt er zu einer Erweiterung der Kapillargefäße in der Haut und damit zu Wärmeverlust.

Wenn Sie einmal anfangen zu frieren, dann ist es ohne eine externe Wärmequelle sehr schwierig wieder warm zu werden. Suchen Sie einen warmen Platz auf oder machen Sie ein paar gymastische Übungen. Ein gesunder Kreislauf verteilt die dabei entstehende Wärme über den ganzen Körper. Der Körper älterer und sehr schlanker Menschen produziert weniger Wärme. Daher frieren diese Personen leichter. Kräftige, sportliche Übungen steigern den Metabolismus noch bis zu sechs Stunden lang. Der frühe Abend wäre eine sehr gute Zeit für Außenarbeiten. Aber übertreiben Sie es nicht. Sonst kühlen Sie hinterher noch schneller aus.

Ein wenig bekannter Grund von Erkältungen und Kopfschmerzen im Winter ist Dehydration (Austrockung). Beim Einatmen trockener Luft verliert man viel Wasser, da Kälte den Durst hemmt, trinkt man auch nicht genug. Wenn das Wasser im Körper knapp wird, versucht er Wasser zu sparen, indem er die Zirkulation in den Extremitäten reduziert. Dadurch frieren die Hände und Füße leichter. Trinken Sie also viel Wasser bevor sie beobachten gehen.

Sicherheit

Kälte kann töten. Wenn Sie im Winter von einem entfernten und einsamen Platz aus beobachten, denken Sie einmal daran was passieren kann, wenn Ihr Auto nicht anspringt. Haben Sie jemanden gesagt, wo er Sie finden kann, wenn Sie bis zum Frühstück noch nicht wieder zu Hause sind?

Autobatterien verlieren bei Kälte an Leistung. Auch wenn Sie unter normalen Bedingungen Ihre Ausrüstung damit betreiben und hinterher immer noch genügend Saft für den Anlasser drin ist, so versuchen Sie das lieber nicht bei extremer Kälte. Im Zweifelsfall lassen Sie lieber Ihren Automotor für zehn Minuten pro Stunde laufen. Es ist eine gute Idee Ihre Ausrüstung mit einer seperaten 12-Volt Batterie zu betreiben.

Wenn Sie ein Handy haben, dann ist es eine gute Idee es bei Ihren nächtlichen Beobachtungstouren stets aufgeladen dabeizuhaben. Erstens können sie damit im Zweifelsfall schnell Hilfe herbeitelefonieren. Zweitens sind Sie damit für Ihre Angehörigen zu erreichen, falls diese sich Sorgen machen sollten.


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© Die AVG Internet-Redaktion, letzte Änderung: 08.04.2000