Das Auge besteht grob gesprochen aus einer Pupille und der mit lichtempfindlichen Sensoren, den Zäpfchen und den Stäbchen, bestückten Netzhaut.
Der Durchmesser der Pupille bestimmt die Menge des Lichts das auf die Netzhaut gelangt. Am Tage verengt sich der Pupillendurchmesser auf 1 bis 2mm. In der Dunkelheit öffnet sie sich auf maximal 8mm bei jungen Menschen. Im Alter verliert die Pupille die Fähigkeit, sich weit zu öffnen. Die folgende Tabelle gibt an, wie weit sich die Pupillen bei einem Menschen bestimmten Alters noch öffnen.
| Alter in Jahren |
max. Pupillendurchmesser in mm | |
|---|---|---|
| 20 | 8.0 | |
| 30 | 7.1 | |
| 40 | 6.2 | |
| 50 | 5.2 | |
| 60 | 4.3 | |
| 70 | 3.4 | |
| 80 | 2.5 |
Unsere Augen erreichen nicht sofort ihre volle Empfindlichkeit.
Man muß ihnen schon etwas Zeit lassen (Dunkeladaption). Die
Netzhautempfindlichkeit nimmt innerhalb der ersten 10 Minuten nur
wenig zu, steigt aber von der 15. bis zur 25. Minute sehr schnell von
25% auf 80% der Maximalempfindlichkeit. Erst nach ca. einer Stunde haben
sich unsere Augen vollständig an die Dunkelheit angepaßt.
Möchte man für einen Blick auf eine Sternkarte eine Taschenlampe
benutzen, so sollte man unbedingt eine Taschenlampe nehmen, die
rotes Licht ausstrahlt. Das hat folgenden
Grund: Unsere Augen sind für rotes Licht weniger empfindlich als für
weißes. Daher blendet eine rote Taschenlampe nicht so stark wie
eine weiße. Das ist wichtig zu wissen, denn sonst ist beim
Einschalten der Taschenlampe sofort die Dunkeladaption hinüber, und
man kann wieder eine Stunde warten, bevor man die schwächeren Sterne
sieht.
Eine rotleuchtende Taschenlampe kann man leicht selber
herstellen. Einfach die Taschenlampenbirne mit rotem Nagellack anmalen
oder mehrere Stücke rotes Transparentpapier vor die
Taschenlampe kleben.
Die Sehschärfe, das sogenannte "Auflösungsvermögen", des menschlichen Auges liegt bei 2 Bogenminuten oder 1/30°. D.h. das Auge kann zwei Sterne gerade noch getrennt wahrnehmen, wenn sie 2' voneinander entfernt sind. Zum Vergleich: Unser Mond hat einen Durchmesser von 30'. Man kann also schon mit bloßem Auge die größten Strukturen auf dem Mond erkennen ( das "Mondgesicht").
Wichtig zu wissen ist auch die Helligkeit der schwächsten mit bloßen Auge noch sichtbaren Sterne: sie liegt in der Regel bei der 6. Größe. Das ist nur ein Durchschnittswert. Im Hochgebirge kann man durchaus noch schwächere Sterne sehen, während man in einer lichtüberfluteten Großstadt hier Abstriche machen muß.
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