Als Materialien brauchen wir nichts weiteres als eine einfache Sternkarte (die aus
dem Weltaltlas genügt völlig), inder wir einmal Monat die Position eines
Planeten - z.B. Jupiter - einzeichnen können.
Wer will kann auch einen Kamera mit Stativ nehmen und einmal pro Monat ein
Foto vom Planeten machen. Das ist nicht schwer: Kamera mit Normalobjektiv
und Drathauslöser nehmen und mit hochempfindlichen (1600ASA) laden. Die
Belende sollte ganz geöffnet werden. Die Belichtungszeit sollte etwa zwischen
10 und 20 Sekunden liegen. Bei längerer Belichtungszeit werden die Sterne wegen
der Erdrotation zu Strichen auseinandergzogen.
Als nächstes müssen wir in Erfahrung bringen, welcher Planet zur Zeit überhaupt sichtbar ist und wo er steht. Jede bessere Tageszeitung berichtet zu Monatsanfang über den Sternenhimmel des Monats. Sonst kann man auch in ein astronomisches Jahrbuch oder eine Astronomie-Zeitschrift schauen. Aber auch im Web wird man fündig (z.B. Der Sternenhimmel des Monats). Damit wir einen Planeten nicht mit einem Stern verwechseln kann es nicht schaden, wenn wir uns schon mit den Sternbildern ein wenig auskennen. Sonst kann man einen Planeten auch daran erkennen, daß er im Vergleich zu den Sternen nicht flimmert.
Was kann man beobachten?
Bei einem äußeren Planeten z.B. Jupiter sehen wir, daß er sich Anfangs
relativ zu den Sternen immer mehr nach links bewegt. Er bewegt sich
"rechtläufig", wie die Astronomen sagen. Nach einigen Monaten wird er immer
langsamer und bleibt schließlich ganz stehen. Danach kehrt er für einige
Zeit seine Bewegungsrichtung für einige Monate um , er ist nun
"rückläufig". Nach ein paar Monaten beginnt sich die
rückläufige Bewegung zu Verlangsamen bis der Planet bleibt erneut stehen
bleibt und anschleißend seine Bewegungseichtung wieder umkehrt. Nun bewegt
sich der Planet wieder rechtläufig. Der Planet beschreibt also eine Schleife. Diese
Schleife nennt man "Oppositionsschleife".
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| Die Oppositionsschleife des Planeten Jupiter im Sternbild Steinbock 1997/98. Die Zahlen geben die Position des Planeten zum 1. des jeweiligen Monats an. |
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Achtung: die oben gezeigte Bewegung der Planeten relativ zu den Sternen hat nichts mit dem Lauf aller Himmelskörper in einer Nacht von Ost nach West als Folge der Erdrotation zu tun! |
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Wie bekannt sein dürfte, bewegt sich die Erde, wie alle anderen Planeten
auch, um die Sonne. Die Erde braucht für einen Unlauf ein Jahr. Die
äußeren Planeten brauchen dafür länger: Mars benötigt für einen
Umlauf um die Sonne 687 Tage, Jupiter 11.9 Jahre, Saturn 29.5 Jahre, Uranus 84 Jahre,
Neptun 164.8 Jahre und Pluto braucht 248,5 Jahre für einen Umlauf um die
Sonne.
Das bedeutet, daß diese Planeten bei ihrem Umlauf um die Sonne regelmäßig
von der Erde überholt werden. Was wir oben beobachtet haben ist also nichts
anderes als ein "kosmisches Überholmanöver"
(siehe Abb, 7kB .gif).
Etwas Ähnliches können Sie beobachten, wenn Sie auf der Straße z.B. einen
LKW überholen. Zuerst fährt der LKW vor Ihnen in die gleiche Richtung wie
Sie (der LKW ist rechtläufig). Da Sie schneller fahren als der LKW, haben
Sie den LKW bald eingeholt. Wenn Sie dabei sind den LKW zu überholen,
sehen Sie, wie der LKW scheinbar rückwärts an Ihnen vorbeizieht (er ist
nun rückläufig). Wenn Sie den LKW überholt haben, können Sie aus
Ihrer Heckscheibe sehen, wie der LKW nun wieder vorwärts weiterfährt (er
ist jetzt wieder rechtläufig). In dem o.g. Beispiel ist das schnelle
Auto die Erde, und der langsame LKW ist Jupiter.
Mitte Januar 97 stand Jupiter von der Erde aus gesehen genau hinter der
Sonne - er stand in "Konjunktion zu Sonne". Bei dieser Stellung
ist der Planet unsichtbar. Anfang August hatte die Erde den Jupiter
auf seiner Bahn um die Sonne eingeholt. Die Erde stand genau zwischen
Sonne und Jupiter. Jupiter stand von der Erde aus gesehen der Sonne am
Himmel gegenüber. D.h. der Planet geht genau bei Sonnenuntergang auf und bei
Sonnenaufgang unter. Diese Stellung nennt man "Opposition".
Außerdem ist während der Opposition die Entfernung Erde-Jupiter am geringsten.
Die beste Zeit also für Planetenbeobachter.

Ca. zwei Wochen später kann man sie dann Morgens vor Sonnenaufgang im Osten als Morgensten wiederfinden. Jetzt läuft das Spiel in die andere Richtung ab: Die Venus entfernt sich sehr schnell von der Sonne, sodaß die Sichtbarkeitsbedingungen von Tag zu Tag besser werden. Schließlich hat sie eines Tages wieder ihren größten Winkelabstand von der Sonne erreicht, und bewegt sich nun wieder auf die Sonne zu, bis sie nach einigen Monaten wieder hinter der Sonne in oberer Konjunktion steht und unsichtbar ist.
Beobachtet man die Venus im Teleskop, so kann man feststellen, daß sie
ähnliche Phasen zeigt (siehe Abb. 5kB, gif)
wie unser Mond:
Wird die Venus nach der oberen Konjunktion zum ersten Mal wieder sichtbar,
so erscheint sie als kleines, rundes Scheibchen. Während sie in den
nächsten Monaten die Erde langsam einholt, können wir sehen, daß das
Venusscheibchen immer größer wird und ihre Phase immer mehr abnimmt. Das
liegt daran, daß wir immer mehr von ihrer unbeleuchteten Nachtseite zu
sehen bekommen. Steht die Venus in größter Elongation, so sehen wir die
Venuns als ein halbbeleuchtetes Scheibchen. In den drauffolgenden Wochen
bis zu unteren Konjunktion können wir beobachten, wie die Venus immer mehr
zu einer schmalen Sichel wird, bis sie bei ihrer unteren Konkunktion
schließlich "Neuvenus" erreicht. Nach der unteren Konjunktion geht
das Spiel rückwärts los: die Venus entfernt sich von der Erde, ihr
Scheibchendurchmesser wird immer kleiner und ihre Phase nimmt wieder zu, bis
bei ihrer oberen Konjunktion schließlich "Vollvenus" erreicht ist.
Aus dem Verlauf der Phasen der Venus kann man folgern, daß sich die Venus
um die Sonne dreht und nicht um die Erde, wie man im Mittelalter dachte.
Was über die Sichtbarkeit der Venus gesagt wurde, trifft in etwa auch auf
Merkur zu. Da Merkur sich wesentlich schneller um die Sonne bewegt, dauert
eine Sichtbarkeitsperiode des Merkur aber nur ein paar Wochen. Außerdem
bewegt sich Merkur nicht soweit von der Sonne weg wie Venus: der maximale
Winkelabstand Sonne-Merkur liegt bei 27°, während die Venus einen
Winkelabstand von der Sonne von 47° erreichen kann.
Die besten Chancen Merkur zu beobachten hat man entweder in den Monaten
März/April am Abendhimmel oder im September/Oktober am Morgenhimmel.
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