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| Schattenänge bei unterschiedlicher Höhe der Sonne. Je höher die Sonne am Himmel steht, desto kürzer sind die Schatten |
Beachten wir den Zeitpunkt, an dem der Schatten am kürzesten ist, so stellen
wir fest, daß dieser nicht auf 12Uhr (bzw. 13Uhr Sommerzeit) fällt. Woran liegt
das? Das hat zwei Gründe: einen politischen und einen astronomischen.
Zuerst zum politischen Grund: In Deutschland richten wir uns bekanntlich nach
der Mitteleuropäischen Zeit. Genaugenommen gilt
diese Zeit aber nur fur Orte mit 15° östlicher Länge. Ist es dort 12Uhr
Mittags, dann haben Orte westlich davon noch Vormittag, während Orte östlich
15° schon Nachmittag haben. Bevor es die MEZ gab hatte jeder Ort Mittag,
wenn die Sonne am höchsten stand. Wollte man z.B. von Berlin (13° 25' Ost)
nach Bonn (7° 6' Ost) reisen, so mußte man in Bonn angekommen seine Uhr
um 25 Minuten (4 Minuten pro Längengrad) zurück stellen. Nach der Rückreise konnte
man seine Uhr dann wieder um 25 Minuten vorstellen. Das wurde auf die Dauer recht lästig. Darum
wurde 1883 per Gesetz festgelegt, daß im ganzen Land die Zeit des 15. Längengrads
östlicher Länge gelten soll.
Nun zum astronomischen Grund: Die Sonne wandert während eines Jahres nicht
gleichmäßig über den Himmel. Schuld daran ist zum Einen die elliptische Form
der Erdbahn. Die Erde läuft die im Januar schneller um die Sonne, weil sie sich dann in
Sonnennähe befindet. Im Juli befindet sich die Erde in Sonnenferne und läuft daher langsamer um
die Sonne (mehr dazu siehe "Das kleine 1x1 der Astrophysik - die
Keplerschen Gesetze"). Außerdem ist die Erdachse um 23.5° gegen die
Ekliptik geneigt.
Beide Effekte führen dazu, daß die Sonne mit ungleichmäßiger
Geschwindigkeit über dem Himmel läuft.
Dadurch kann eine Sonnenuhr bis zu eine viertel Stunde vor- bzw. nach
gehen. Diesen Effekt bezeichnet man als Zeitgleichung.
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| Im Sommer beschreibt die Sonne einen höheren Bogen als im Winter. Der Tag ist länger, weil die Sonne einen größeren Bogen am Himmel zurücklegen muß. |
Je steiler die Sonnenstrahlen einfallen, desto größer ist die von
ihnen verursachte Erwärmung. Genau dieser Effekt ist, zusammen mit der
Neigung der Erdachse, für die Jahreszeiten verantwortlich, und
nicht etwa die sich ändernde Entfernung Erde-Sonne.
Um es nochmals deutlich zu sagen: im Juli ist die Entfernung Erde-Sonne am
größten und im Januar am kleinsten !!! Wer's nicht glaubt,
der kann mal einen Bilck in die Tabellen beim
Goddard Space Flight Center werfen. Bitte die Spalte
mit der Überschrift 'Delta' anschauen. Sie gibt die Entfernung Erde-Sonne
in AE oder a.u. - wie's bei den
Amis heißt.
Beobachten wir im Frühjahr den Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang), so
stellen wir fest, daß die Sonne immer rechts untergeht bzw. immer mehr links
aufgeht. Der Tagbogen - der Bogen am Himmel, den die Sonne zwischen Auf- und
Untergang zurücklegt - wird immer größer. Dementsprechend werden die Tage
immer länger.Das geht so weiter bis zum Sommeranfang. An diesem Tag hat sie
ihre nördlichte Position erreicht, und sie geht am weitesten im Nordwesten
unter bzw am weitesten im Nordosten auf.
Je weiter wir im Norden wohnen, desto nordwestlicher liegt ihr
Untergangspunkt. Befinden wir uns nördlich 66.5° nördlicher Breite, so
geht sie am Sommeranfang gar nicht mehr unter - wir haben Mitternachtssonne.
Nach Sommeranfang geht die Sonne immer weiter links unter bzw. immer weiter
rechts auf. Die Sonne steht nun am jeden Tag etws südlicher am Himmel.
Ihr Tagbogen wird immer kleiner und die Tage immer kürzer. Das geht weiter
so bis zum Winteranfang. An diesem Tag erreicht die Sonne ihre südlichste
Stelle am Himmel und beschreibt den kleinsten Tagbogen - dementsprechend ist
dieser Tag der kürzeste.
Je weiter wir nach Norden gehen, desto weiter rechts geht die Sonne an
diesem Tag auf bzw. weiter links unter. Nördlich 66.5° nördlicher
Breite geht die Sonne an diesem Tag gar nicht mehr auf - es herrscht
Polarnacht.
Der Grund für den sich ändernden Auf- und Untergang der Sonne sind 1. die Neigung der Erdachse gegen die Ekliptik und 2. der Umlauf der Erde um die Sonne. Dadurch wird mal die Nordhalbkugel der Sonne mal zu- (Sommer) bzw. mal weggeneigt (Winter).
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