Alle Sterne sind selbstleuchtende Himmelskörper wie unsere Sonne auch. Im Fernrohr erscheinen Sterne nur als Lichtpunkte - ganz im Gegensatz zu den Planeten, bei denen wir sehr wohl ein Scheibchen erkennen können. Die Sterne müssen also noch sehr viel weiter entfernt sein.
Versuchen wir doch mal ganz grob abzuschätzen, wie weit die Sterne
entfernt sein mögen: Gehen wir doch mal davon aus, daß unsere Sonne ein
ganz gewöhnlicher Stern ist, wie alle anderen Sterne auch.
Sie hat eine scheinbare
Helligkeit von -26.8m. Rechnen wir doch mal aus, wie weit unsere Sonne
weg sein müßte, damit sie genau so hell (besser: schwach) leuchtet wie
z.B. ein Stern 1. Größe:
Unsere Sonne ist 27.8m heller als ein Stern 1. Größe. Das
entspricht einem Faktor von 131x109 oder 131 Milliarden!
Da die scheinbare Helligkeit einer Lichtquelle mit dem Quadrat der
Entfernung abnimmt, müssen wir aus 131x109 noch die Wurzel
ziehen und erhalten: 363 000. D.h.: Unsere Sonne müßte 363 000
mal weiter von uns entfernt sein, um genau so hell wie ein Stern
1. Größe zu leuchten. In Wirklichkeit ist unsere Sonne 1AE von uns entfernt.
363 000 x 1AE entspricht einer Entfernung von ca.
5.7 Lichtjahren. Da wir aber auf Anhieb nicht wissen, wie hell die Sterne
in Wirklichkeit sind (d.h.: wir kennen ihre
absolute Helligkeit nicht),
können wir auch nicht sagen, wie gut oder schlecht unsere
Abschätzung ist. Wir brauchen also eine Methode mit der wir die
Entfernung der Sterne unabhängig von ihrer absoluten Helligkeit
bestimmen können.
Die Fixsternparallaxen
Astronomen können sich natürlich nicht mit o.g.
Abschätzungen begnügen. Sie versuchten und versuchen auch
heute noch Methoden zu entwickeln, um die Entfernung eines Sterns besser
bestimmen zu können.
Eine recht gute Methode zur Bestimmung von interstellaren Entfernungen
haben die Astronomen von den Landvermessern abgeschaut. Das Prinzip
ist recht einfach: Man peilt den zu vermessenden Gegenstand von zwei
verschiedenen Punkten aus an. Man wird dabei feststellen, daß
sich der Gegenstand gegnüber dem Hintergrund verschoben hat, wenn
man die Ausgangsposition ändert. Wer's nicht glaubt, kann's ja mal
ausprobieren: Strecken Sie Ihren Arm aus und peilen Sie einmal mit dem
linken und dann mit dem rechten Auge über den Daumen hinweg. Sie
werden feststellen, daß sich der Daumen gegenüber dem
Hintergrund ein wenig verschoben hat. Ist nun der Abstand Ihrer Augen
und der Verschiebungswinkel des Daumes bekannt, so kann man die Entfernug
des Daumens berechnen.
Genau so gehen die Astronomen bei der Messung von Sternparallaxen vor.
Sie vermessen die Position eines Sterns einmal an einem bestimmten Tag
und dann nochmal ein halbes Jahr später. Da die Länge der
Basislinie (2AE) bekannt ist, kann aus dem Verschiebungswinkel
die Entfernung des Sterns berechnet werden.
![]() Bestimmung der Entfernung eines Sterns nach der Parallaxen- Methode: Zweimal im Jahr wird die genaue Position des Sterns vermessen. Die Parallaxe p des Sterns ist gleich dem halben Verscheibungswinkel. |
Was ist nun bei den Parallaxenmessungen herausgekommen? Schauen Sie
sich dazu bitte die Liste der
26 nächsten Sterne an.
Der nächste Stern nach der Sonne ist Proxima Centauri. Er bildet mit
Alpha Centauri A und B ein Dreifachsystem. Proxima Centauri ist 4.2
Lichtjahre von uns entfernt. Die oben gemachte Abschätzung der
Sternenentfernungen war also gar nicht so falsch - die
Größenordnung stimmt jedenfalls.
Was aber macht man, wenn man die Entfernung von Objekten bestimmen
möchte, die so weit entfernt sind, daß sich deren Parallaxen
nur ungenau oder gar nicht bestimmen lassen?
Sternstromparallaxen
Bei manchen Sternhaufen bietet die Kombination von Eigenbewegung und
Radialgeschwindigkeit
die Möglichkeit eine relativ sichere Entfernung des Haufens zu erhalten.
Diese Methode bezeichnet man als Sternstromparallaxe. Dieses
Verfahren wird vor allem auf den nächsten Sternhaufen - die Hyaden im
Sternbild Stier - angewandt. Die Bedeutung dieses Wertes ist sehr groß.
Er bildet die Basis der ganzen galaktischen und intergalaktischen
Entfernungsskala!
![]() |
| Der offene Sternhaufen der Hyaden im Sternbild Stier, deutlich zu erkennen an dem 'liegenden V' in der Bildmitte. Die Hyaden sind ein sehr schönes Feldstecherobjekt und ein Meilenstein bei der Entfernungsbestimmung im Universum. Rechts oben am Bildrand erkennt man die Plejaden. |
|
| mit | p = Parallaxe in Bogensekunden µ = Eigenbewegung in Bogensekunden pro Jahr vr = Radialgeschwindigkeit in km/sek |
Nachdem man die absolute Helligkeit eines Sterns bestimmt hat, so kann man seine Entfernung nach folgender Formel berechnen:
| log (r) = (m - M + 5) / 5 | mit | m = Scheinbare Helligkeit M = Absolute Helligkeit r = Entfernung in pc |
Jedoch gibt's bei dieser Methode noch ein kleines Problem: Der Weltraum zwischen den Sternen ist nicht völlig leer, sondern zum Teil mit interstellarem Staub angefüllt (sieh Abb. unten), der einen mehr oder weniger großen Teil des Sternenlichts absorbiert (sog. interstellare Extinktion). Daher müssen die auf diese Weise erhaltenen Entfernungen manchmal noch korrigiert werden.
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| Ausschnitt aus der Milchstraße. Die dunklen Gebiete werden von interstellaren Staubwolken verursacht, die das Licht der dahinterliegenden Sterne schwächen bzw. ganz absorbieren. |
![]() |
![]() |
| Lichtwechselperiode von Delta Cephei. Seine Helligkeit schwankt innerhalb von 5.37 Tagen um einen Faktor 2, was etwa 0.8 Größenklassen entspricht. | Perioden-Leuchtkraft-Beziehung für RR Lyrae-Sterne (1), Typ II Cepheiden, auch W Virginis-Sterne genannt (2) und klassische Cepheiden (3) |
Zusammenfassung:
Das haben wir soeben gelernt:
Die beste Methode zur Bestimmung der
Entfernung eines Sterns ist die Parallaxenmessung. Leider ist die
Reichweite dieser Methode nur auf die nächsten Sterne beschränkt.
Bei Sternhaufen mit parallelen
Raumgeschwindigkeiten der Mitgliedssterne kann man die Entfernung des
Haufens mit Hilfe der Sternstromparallaxe bestimmen.
Kennt man aus der Position des Sterns
im HR-Diagramm die absolute Helligkeit, so kann man durch den Vergleich
mit der scheinbaren Helligkeit seine Entfernung bestimmen. Die nach
dieser Methode erhaltenen Entfernungen sind wegen der interstellaren
Extinktion oft korrekturbedürftig.
Die Perioden der RR-Lyrae und Delta
Cephei-Sterne stehen in direkten Zusammenhang mit ihrer absoluten
Helligkeit. Daher sind diese Sterne sehr gut als Entfernungsindikatoren
geeignet.
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Die Helligkeit der Sterne
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Die Spektren der Sterne
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