Physiker sind schreibfaul. Daher müssen sie sich für alles eine Abkürzung ausdenken. Ein Physiker würde die o.g. Gleichung so scheiben:
| F = m · g | mit: |
F = Erdanziehungskraft m = Masse des Körpers g = Fallbeschleunigung |
Zur Fallbeschleunigung: Auch wenn Sie's nicht glauben, aber alle Körper - egal wie schwer sie sind - fallen mit der gleichen Beschleunigung (wenn die Luftreibung nicht wäre). Die Fallbeschleunigung beträgt auf der Erdoberfläche ca. 9.81m/s² d.h. die Geschwindigkeit eines fallenden Körpers nimmt pro Sekunde um 9.81m/s zu. Ein fallender Körper hat nach einer Sekunde Fallzeit eine Geschwindigkeit von 9.81m/s, nach zwei Sekunden 19.62m/s, nach drei Sekunden 29.43m/s usw...
Die Beziehung Kraft=Masse·Beschleunigung gilt allgemein. Denn um einen Körper zu beschleunigen (oder auch abzubremsen) ist stets eine Kraft nötig.
Nun zur Einheit, in der Kräfte gemessen werden: Dazu rechnen wir doch mal 'just for fun' aus, welche Kraft nötig wäre um einen Körper mit der Masse 1kg mit 1m/s² zu beschleunigen:
Wir müssen also eine Kraft von 1kg·m/s² aufwenden, um einen Körper
mit der Masse 1kg mit 1m/s² zu beschleunigen. Für die Größe
1kg·m/s² haben sich die Physiker wieder einen eigenen Namen
ausgedacht. Zu Ehren ihres berühmten Kollegen Isaac
Newton nennen sie diese Größe 1 Newton oder abgekürzt 1N.
1Newton ist die 'offizielle' Einheit für Kräfte.
Zusammenfassung:
Das haben wir soeben gelernt:
Kraft=Masse·Beschleunigung
Kräfte werden in 'Newton' gemessen.
1Newton=1kg·m/s²
Alle Körper würden ohne Luftreibung
mit einer Fallbeschleunigung von 9.81m/s² zu Boden fallen.
Wovon hängt nun die Größe der Fliehkraft ab? Zum einen von der Masse des
Körpers. Davon kann man sich leicht überzeugen, indem man einfach mehr
Wasser in den Eimer füllt und dann den Versuch wiederholt. D.h.: die
Fliehkraft ist proportional zur Masse des Körpers.
Daneben spielt auch die Geschwindigkeit, mit der der Körper
umhergeschleudert wird, eine Rolle. Auch davon können wir uns leicht selber
überzeugen: Wir befestigen einen Körper an einen Faden und schleudern ihn
umher. Nun schleudern wir ihn immer schneller bis die Schnur reißt.
Also: Je größer die Umdrehungsgeschwindigkeit
(Winkelgeschwindigkeit,
wie die Physiker sagen), desto größer die Fliehkraft. Genaue Untersuchungen
haben gezeigt: Bei doppelter Winkelgeschwindigkeit ist die Fliehkraft 4 Mal
so groß und bei 3-facher Winkelgeschwindigkeit 9 Mal, usw. D.h. die
Fliehkraft hängt vom Quadrat der Winkelgeschwindigkeit ab.
Daneben hängt die Fliehkraft auch von der Länge der Schnur ab: Je länger
die Schnur, desto größer ist die Fliehkraft.
Damit berechnet sich die Fliehkraft nach folgender Formel:
| F = m· |
mit | F = Fliehkraft m = Körpermasse r = Bahnradius |
= v/r in die o.g. Gleichung ein, so
erhält man folgenden Ausdruck für die Fliehkraft F:
| F = m·v ² / r | mit | v = Umlaufsgeschwindigkeit |
Das haben wir soeben gelernt:
Für die Fliehkraft, welche auf einen
Körper mit Masse m wirkt, welcher sich auf einer Kreisbahn mit Radius r und
Geschwindigkeit v bewegt, gilt:
Wie schon gesagt, alles, was man hochhebt und losläßt, fällt herunter. Hinter
dieser Erfahrungstatsache verbirgt sich ein universelles Gesetz, das
zuerst von Isaac Newton im Jahre 1687 aufgestellt wurde: Das Gravitationsgesetz.
Es besagt, daß sich zwei Körper aufgrund ihrer Masse gegenseitig anziehen.
Wovon hängt die Größer der Anziehungskraft zwischen zwei Massen ab?
Nun, zuerst einmal von der Größe der beiden Massen selbst.
Diese Tatsache wird jeder bestätigen können, der einmal versucht hat einen
massereichen Körper anzuheben. Verdoppelt man eine der beiden Massen, so
verdoppelt sich auch die Anziehungskraft zwischen ihnen.
Daneben hängt sie noch von ihrem Abstand ab: Verdoppelt man
die Entfernung der Massen zueinander, so nimmt die Anziehungskraft
zwischen ihnen auf 1/4 des ursprünglichen Wertes ab. Verdreifacht man den
Abstand, so reduziert sich die Anziehungskraft sich auf 1/9, usw.
D.h.: die Anziehungskraft zweier
Massen ist proportional zu der Größe der Massen und umgekehrt porportional
zum Quadrat ihres Abstandes voneinander.
Um jetzt ausrechnen zu können wie groß die Anziehungskraft zweier beliebiger Massen m1 und m2 aufeinander ist, die sich in einer beliebigen Entfernung r voneinander befinden, brauchen wir noch den Proportionalitätsfaktor - die sog. 'Gravitationskonstante' G. Diese hat den (vielleicht etwas seltsam anmutenden) Wert von 6,67·10-11 N·m²/kg² . Sie besagt lediglich, daß sich zwei Körper mit Massen von je 1kg, welche sich in 1m Abstand befinden, mit einer Kraft von nur 0.000.000.000.066.7N anziehen.
Damit erhalten wir folgende Formel für die Gravitationskraft:
| mit | F = Gravitationskraft m1, m2 = Masse von Körper1 bzw. Körper2 r = Abstand der beiden Körper G = Gravitationskonstante |
Das haben wir soeben gelernt:
Das Gravitationsgesetz lautet:
Es beschreibt die Kraft F mit der sich zwei Massen m1
und m2, die sich in der Entfernung r voneinander
befinden, anziehen.
| mit |
G = Gravitationkonstante m1 = Erdmasse m2 = Masse des Körpers g = Fallbeschleunigung r = Abstand Körper-Erdmittelpunkt |
Schauen wir uns die Formel genauer an, so sehen wir, daß wir die Masse m2 herauskürzen können. Wir erhalten jetzt:
G · m1 / r ² = g
Wir haben jetzt eine Formel für die Fallbeschleunigung g bekommen. In dieser Formel taucht die Masse des fallenden Körpers nicht mehr auf, d.h. die Fallbeschleunigung ist unabhängig von der Masse des fallenden Körpers, oder anders ausgedrückt: Alle Körper fallen im Vakuum gleich schnell. Aber das wissen wir ja schon (s.o.). Die hier verwendete Argumentationweise mag den einen oder anderen vielleicht seltsam vorkommen, aber genau so machen's die theoretischen Physiker.
Wenn wir die obrige Gleichung nun nach der Erdmasse m1 auflösen, bekommen wir:
m1 = g · r ² / G
Nun setzen wir die Zahlenwerte für g, G und r ein und erhalten für die
Erdmasse: 5.99·1024kg
Literaturwert: 5.976·1024kg
Verglichen mit dem Literaturwert war unser Ergebnis doch gar nicht schlecht, oder?
| mit |
G = Gravitationkonstante m1 = Masse des Jupiters m2 = Masse eines Jupitermondes v = Umlaufgeschwindkeit r = Bahnradius |
G · m1 / r = v ²
Aus dieser Gleichung können wir jetzt schon folgendes ersehen: Je größer
die Masse eines Planeten, desto höher ist die Umlaufgeschwindigkeit seiner
Monde. Das ist auch recht einleuchtend, denn je größer die Masse eines
Planeten, desto stärker ist auch die Anziehungskraft auf seine Monde und
desto schneller müssen sich die Monde bewegen, um genügend Fliehkraft zu
erzeugen, damit sie nicht auf den Planeten stürzen.
Dazu ein Beispiel: Jupitermond Io ist nur ein wenig weiter von seinem
Planeten entfernt (422000km) wie unser Mond von der Erde (384000km). Während
der Mond für einen Umlauf um die Erde ca. 27 Tage benötigt, braucht Io
für eine Jupiterumrundung nur 1.77 Tage! Daran kann man schon erkennen,
daß die Jupitermasse wesentlich größer sein muß als die Erdmasse.
Doch nun zurück zu unserer Formel. Wenn wir sie nach der Jupitermasse m1 auflösen, erhalten wir:
m1 = v ² · r / G
Bevor wir die Jupitermasse ausrechnen können, müssen wir noch die Umlaufgeschwindigkeit eines Jupitermonds (z.B. Io) bestimmen. Mit dem Radius von Ios Umlaufbahn (422000000m) und der Umlaufzeit von 1.77Tagen=1.53·105Sekunden erhalten wir eine Umlaufsgeschwindigkeit von ca. 17300m/s.
Setzen wir dies in die o.g. Gleichung ein, erhalten wir für die Jupitermasse den Wert von 1.89·1027kg (Literaturwert: 1.90·1027kg) was ungefähr 317 Erdmassen entspricht!
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