Das Chandra Röntgen-Observatorium

Im Juli 1999 startete die Raumfähre Columbia mit ihrer bis dahin schwersten Nutzlast. Es handelte sich dabei um Chandra, das neue Röntgen-Observatorium der NASA. Dieses Röntgen-Observatorium wurde nach Subrahmanyan Chandrasekhar benannt - einem der bekanntesten Astrophysiker des 20. Jahrhunderts. Nachdem die Raumfähre Columbia das Observatorium aussetzte, wurde der Satellit von seinem eigenen Antrieb auf eine höhere Erdumlaufbahn gebracht. Chandra hat eine sehr ungewöhnliche Umlaufbahn. Die meisten Satelliten - wie auch das Hubble Weltraum Teleskop - befinden sich in einer niedrigen Erdumlaufbahn, d.h. sie umkreinsen die erde in ein paar hundert Kilometern Höhe. Chandra hat eine stark elliptsche Umlaufbahn: der erdfernste Punkt liegt über 138 000km von der Erde entfernt, während der erdnächste Punkt nur 9600km von der Erde entfernt ist. Chandra legt also bei jedem Erdumlauf mehr als ein Drittel der Strecke Erde-Mond zurück. Für einen kompletten Erdumlauf braucht der Satellit 64 Stunden und 18 Minuten. Weil sich Chandra die meiste Zeit aussehalb der Strahlungsgürtel der Erde befindet (das sind Bereiche um die Erde, in denen sich energiereiche Teilchen aufhalten), können die Astronomen lange Zeit ungestört damit beobachten. Die Wissenschaftler glauben, das Chandra für minestens fünf Jahre seinen Dienst verrichten wird.

Das Chandra Roentgen-Observatorium
Das Chandra Röntgen-Observatorium

Chandra wird von Sonnenenergie angetrieben. Das Röntgen-Teleskop besteht aus acht Spiegeln, welche die Röntgenstrahlung entfernter Himmelsobjekte bündelt. Eines der anderen wissenschaftlichen Instrumente an Bord des Satelliten ist eine hochauflösende Kamera, die Röntgenbilder liefert. Daneben gibt es noch ein Spektrometer, welches das Energieniveau der Röntgenstrahlung bestimmt. Der Satellit selbst bietet eine sichere Arbeitsumgebung für das Röntgen-Teleskop und die anderen wissenschaftlichen Instrumente. Das Teleskop wird vom Chandra Flugkontollzentum am Smithsonian Astrophysical Observatory in Cambridge, Massachusetts, USA, ferngesteuert.

Chandra beobachtet das Universum im erergiereichen Ende des elektromagnetischen Spektrums. Die Röntgenbilder, die Chandra liefert, sind 25 mal schärfer als die Bilder anderer Röntgenteleskope. Dadurch können Astronomen Objekte, wie z.B. Supernovae und schwarze Löcher, noch genauer untersuchen. Der Sattelit ist in der Lage, die Röntgenstrahlung von vielen Millionen Grad heissen Gaswolken wahrzunehmen. Ausserdem kann Chandra Gaswolken boebachten, die so gross sind, dass das Licht fünf Millionen Jahre braucht, um diese zu durchqueren. Chandras Auflösung ist so hoch, dass man damit ein Stoppschild noch aus über 19km Entfernung lesen kann!

Musik Icon sing' mir ein Lied über Röntgenstrahlen!


StarChild Zurück zur StarChild Homepage Zur Imagine the Universe! Homepage beim HEASARC Imagine the Universe!

StarChild ist ein Service des "High Energy Astrophysics Science Archive Research Center" (HEASARC),  Direktor: Dr. Nicholas E. White, innerhalb des "Laboratory for High Energy Astrophysics" (LHEA) bei der NASA/ GSFC.

StarChild Autoren: Das StarChild Team
StarChild Graphiken: Danksagung
StarChild Projekt-Leiterin: Dr. Laura A. Whitlock
Technische Unterstützung: Sherri Calvo


Übersetzt mit freundlicher Genehmigung von Dr. Laura A. Whitlock.
Melden Sie Fehler bitte bei der AVG-Internet-Redaktion.