Die Frage des Monats

Willkommen bei einer neuen Rubrik von StarChild! Jeden Monat werden wir an dieser Stelle eine häuftig gestellte Frage beantworten.

Die Fragen aus vergangenen Monaten könnt Ihr in unserem Archiv finden.

Die Frage:

Liebes StarChild,
warum sieht die Mondsichel manchmal so aus als ob sie von unten beleuchtet wird?

Die Antwort:

Ein aufmerksamer Beobachter wird bestimmt bemerken, dass über einen Zeitraum von sechs Monaten die Sichel des jungen Mondes mal von "unten" und mal von der Seite beleuchtet ist. Warum sieht der junge Mond im Sommer anders aus als im Winter? Das hat mit der Bahn des Mondes um die Erde und der Bahn der Erde um die Sonne zu tun.
 
Wenn Du an mehreren aufeinanderfolgenden Abenden immer zu gleichen Zeit den Mond beobachtest, wirst Du leicht feststellen, dass er jeden Abend ein Stück weiter rechts (d.h. östlich) am Himmel steht. Im Laufe eines Jahres bewegt sich die Erde um die Sonne. Daher ändert sich auch die Bahn des Mondes relativ zum Horizont (siehe Abbildung unten). Während des Sommers auf der Nordhalbkugel der Erde ist die Nachtseite der Erde von der Mondumlaufbahn weggeneigt. Daher steht der Mond in den Sommermonaten stets dicht über dem Horizont. Wenn auf der Nordhalbkugel Winter ist, dann sind die Verhältnisse genau umgekehrt: jetzt ist die Nordhalbkugel der Mondbahn zugeneigt. Daher verläuft die Bahn des Mondes im Winter sehr steil zum Horizont, und der Mond steht im Winter sehr hoch am Himmel. Umlaufbahn der Erde um die Sonne und
Umlaufbahn des Mondes um die Erde
Bahn des Mondes relativ
zum Horizont im Sommer und im Winter
Dieses Diagramm zeigt die Bahn des zunehmenden Mondes im Sommer und im Winter. Beachte bitte, dass der Mond im Winter im Nordwesten untergeht, während er im Sommer im Südwesten untergeht.

Volklore

Das wechselnde Aussehen des Mondes wurde schon seit langer Zeit beobachtet. Die Menschen haben sich viele und zum Teil auch widersprüchliche Erklärungen dafür ausgedacht.

Früher sprachen einige Himelsbeobachter vom "nassen Mond", wenn sie die von "unten" beleuchtete Sichel des zunehmenden Mondes meinten. Sie dachten, dass der Mond wie eine Schüssel aussieht, die den Niederschlag enthält, der im Winter als Regen oder Schnee auf die Erde fällt. In der Astrologie der Ureinwohner von Hawaii, regierte Kaelo - der Wasserträger - in der Zeit vom 20. Januar bis 18. Februar. Dieser Monat wurde in ihrem Kalender auch als "Monat des "tropfend nassen Mondes" bezeichnet. Jedoch bezeichneten andere Kulturen die von unten beleuchtete Mondsichel als "trockenen" Mond, da der Mond in dieser Gestallt ihrer Meinung nach das Wasser des Himmels zurückkält und auf der Erde dann Trockenheit herrscht.

Wenn der Winter zu Ende geht, und Frühling und Sommer beginnen, verändert sich die Gestallt der zunehmenden Mondsichel. Sie sieht dann so aus, als ob sie auf einer Spitze steht. In der Vergangenheit glaubten einige Menschen, dass nun das Wasser aus dem Mond herausläuft, was zu kräftigen Regenfällen im Sommer führt. Einige Kulturen sprachen nun vom "nassen Mond", weil sie glaubten, dass er das Wasser nun herauslaufen lässt. Andere Kulturen bezeichneten den Mond nun als "trocken", da er in dieser Position sein gesammtes Wasser verloren haben sollte!


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StarChild ist ein Service des "High Energy Astrophysics Science Archive Research Center" (HEASARC),  Direktor: Dr. Nicholas E. White, innerhalb des "Laboratory for High Energy Astrophysics" (LHEA) bei der NASA/ GSFC.

StarChild Autoren: Das StarChild Team
StarChild Graphiken: Danksagung
StarChild Projekt-Leiterin: Dr. Laura A. Whitlock
Technische Unterstützung: Sherri Calvo


Übersetzt mit freundlicher Genehmigung von Dr. Laura A. Whitlock.
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