Merkur
bleibt mit der Sonne am Taghimmel.
Venus
steht ebenfalls mit der sonne am Taghimmel und erreicht am 6. des Monats ihre Obere Konjunktion.
Mars
steht am 9. mit der Sonne in Konjunktion.
Jupiter
im Sternbild Zwillinge beherrscht den Himmel und erreicht am 10. seine Oppositionsstellung. Sein maximaler Äquatordurchmesser beträgt um die Opposition über 46 Bogensekunden, bis Monatsende liegt der Wert bei 45,8 Bogensekunden. Jupiters Oppositionshelligkeit liegt bei -2,7mag. Die Aufgänge des Wolkenplaneten liegen am 1. um 17:07 Uhr und am 15. um 16:04 Uhr. Am 31. geht Jupiter um 06:57 Uhr.
Bei Jupiters Monden kommt es beim Io zu einer Bedeckung seines eigenen Schattens während Ios Vorübergang am 07. Januar: Ios Schatten trift um 21:19 Uhr den Jupiter, Io folgt um 21:23 und liegt den ganzen Durchgang über vor seinem Schatten. Der Schatten verlässt Jupiter um 23:35 Uhr.
Saturn
im Sternbild Wassermann tritt am 15. ins Sternbild Fische. Seine Ringöffnung erreicht am 31. einen werte von -2 Grad, sein Durchmesser im Teleskop liegt bis Monatsende noch bei etwas über 16 Bogensekunden. Unter den Horizont tritt der Ringplanet am 1. noch um 23:10 Uhr, am 15. um 22:20 Uhr und am 31. schließlich um 21:26 Uhr.
Am 9. des Monats kommt es zu einem weiteren Durchgang des Mondes Titan vor seinem Planeten. Um 18:05 Uhr beginnt der Durchgang und endet um 23:09Uhr. Saturn geht um 22:43 Uhr unter.
Am 25. beginnt Titans Transit um 18:53 Uhr und endet um 22:23 Uhr. Saturn geht um 21:43 Uhr unter!
Uranus
bewegt sich im Sternbild Stier in Richtung des goldenen Tors der Ekliptik. Mit 3,7 Bogensekunden Durchmesser im Teleskop und ca. 5,7 mag Helligkeit kulminiert Uranus am 1. um 21:17 Uhr, am 15. um 20:21 Uhr und am 31. um 19:17 Uhr (die astr. Dämmerung endet am 31. um 19:05 Uhr). Uranusbahn im Jahr 2026.
Neptun
im Sternbild Fische zieht sich allmählich vom Abendhimmel zurück. Mit 7,9 mag Helligkeit und einem Durchmesser von 2,2 Bogensekunden im Teleskop wandern seine Kulminationen in die Zeiten der Nachmittagsstunden: Am 1. passiert der ferne Planet noch um 17:35 Uhr den Meridian, am 15. schon um 16:41 Uhr und am 31. um 15:39 Uhr. Am 31. steht Uranus zum Ende der astr. Dämmerung um 19:05 Uhr noch ca. 23 Grad über dem Westhorizont. Neptunbahn in 2026.
IAU-Definition für den Begriff „Planet“ (IAU: Internationale Astronomische Union): Ein Planet ist ein Körper, der ausschließlich um die Sonne und keinen weiteren Körper läuft. Seine Form erreicht annähernd kugelför-mige Gestalt. Seine Gravitation ist ausreichend groß, um seine Umgebung zu bereinigen. Er dominiert seine Umgebung also gravitativ.
Zwergplaneten im Januar 2026
Ceres wird ab Oktober eine kleine Sichtbarkeit haben.
Pluto bleibt mit der Sonne am Taghimmel und startet ab Juni seine Sichtbarkeitsperiode.
IAU-Definition für den Begriff „Zwergplanet“: Ein Zwergplanet ist ein Körper der wie ein Planet ausschließlich die Sonne und keinen weiteren Körper läuft. Seine Gestalt ist ebenfalls annähernd kugelförmig. Aber seine Gravitation reicht nicht aus, um seine Umge-bung zu bereinigen. Er darf außerdem kein Satellit (Mond) eines Planeten sein!
Kleinkörper der Sonnensystems im Januar
Zzt. sind keine Planetoiden heller als 9 mag sichtbar.
IAU-Definition für den Begriff „Kleinkörper des Sonnensystems“ (IAU: Internationale Astronomische Union): Kleinkörper des Sonnensystems sind alle weiteren die Sonne umlaufenden Körper, die nicht Planet oder Zwergplanet sind. Der Begriff „Kleinplanet“ sollte nicht mehr verwendet werden.
Meteorströme
Die Quadrantiden, auch Bootiden genannt, erreichen ihr Maximum am 3. und tauchen vom 1. bis 10. Januar am Himmel auf mit Geschwindigkeiten um 40km/h.
Die Gamma-Ursae-Minoriden treten erst seit jüngerer Zeit auf. Um den 15. Januar sind einige Sichtungen zu erwarten. Mit 30km/sec ist ihre Geschwindigkeit aber eher gering.
DER STERNENHIMMEL IM JANUAR 2026
1. Der Sternenhimmel
2. Objekte für Fernglas und Fernrohr
3. Sternbildportrait: GEMINI (Gem), die Zwillinge
4. Einzelne Sterne in den Zwillingen
1. DER STERNENHIMMEL
Die Tage zwischen Januar und März lassen nun die Sternbilder mit den hellsten und brillantesten Sternen auftreten: Orion, Fuhrmann, Stier, Großer Hund, Kleiner Hund und Zwillinge. Gegen 24h am 15. Januar bietet sich etwa folgender Himmelsanblick: Die wesentliche Teile des „Wintersechseckes“ haben den Meridian bereits passiert. Wega, Hauptstern des Sommerdreiecks, hat ihre tiefste Stellung im Norden gerade hinter sich und strebt wieder ihrem Aufstieg entgegen. Die Frühlingssternbilder haben den Himmel über dem Osthorizont bereits erreicht. Die Herbststernbilder um den Pegasus sind dagegen tief überm Westhorizont nur mehr teilweise sichtbar: Das Sternbild Andromeda mit der Andromeda-Galaxie (M31) und Perseus, sowie Teile des Walfisches sind hier zu erkennen. Der geschilderte Himmelsanblick gilt ebenfalls für 22 Uhr am 15. Februar oder 20 Uhr am 15. März.
2. OBJEKTE FÜR FERNGLAS UND FERNROHR
Der Offene Sternhaufen M35 in den Zwillingen sollte evtl. mit bloßem Auge sichtbar sein, im kleinen Fernglas tritt er schon deutlich hervor. Die schöne Sternhaufenkette von M37 über M36 zu M38 am/im Fuhr-mannfünfeck sollte keinem Fernglas vorenthalten bleiben! Oft übersehen wird der Reflexionsnebel M 78 nahe des linken Gürtelsterns des Orion oder der Kugelsternhaufen M 79 im Hasen unterhalb des Orion. Zum guten Schluss sei noch der Orionnebel M42 genannt. Er ist das bekannteste nichtstellare Objekt des Winterhimmels. An dieser Stelle am Himmel blicken wir auf die uns nächstgelegene „Sternfabrik“ des Universums. Energiereiche Strahlung einiger junger Sterne regen das sie umgebende Gas zum Leuchten an. Davon sehen wir am Himmel ein schwaches Nebelfleckchen schon mit freiem Auge. Doch im Fernglas werden Form und Struktur sichtbar!
3. STERNBILDPORTRAIT: DIE ZWILLINGE (GEM)
Zu oben geschilderten Zeitpunkten steht das schöne Sternbild Zwillinge besonders günstig. Hier ein kleines Portrait:
Die Sterne Castor (a Gem) und Pollux (b Gem) vertreten zwei Sagengestalten der griechischen Mythologie. Gleichzeitig sind sie auch Namensgeber für das Sternbild selbst, deren zwei Sternenketten an die Figuren zweier nebeneinander liegender Gestalten erinnern soll. Zurückgehend auf die Legende um Zeus, der als Schwan verwandelt die Leda verführte, zeigt das Sternbild Zwillinge den Halbgott Pollux und den Sterblichen Castor. Pollux oder Polledeuces stammt aus Zeus‘ Verbindung mit Leda, Castor aus Ledas Verbindung mit ihrem Ehemann Tyndareos. Die beiden unzertrennlichen Brüder standen für ein „heldenhaftes“ Leben, der eine als „Rossebändiger“, der andere als Faustkämpfer. Ihr riskanter Lebenswandel begründete schließlich auch das Ende ihres irdischen Lebens. Gemeinsam raubten sie die Bräute des Idas von Leukippos und dessen Bruder, Phoebe und deren Schwester. Die räuberischen Brüder wurden daraufhin in einen Kampf verwickelt, an dessen Ende der Tod des Castor stand. Pollux erbat von Zeus, doch im Tode nicht vom Bruder getrennt zu werden. So befreite Zeus den sterblichen Bruder wenigstens zum Teil und versetzte beide als Symbol für Geschwisterliebe an den Himmel.
Bei Ovid heißt Castor auch Eques, was die Nähe zu einer Reiterfigur betont (Siehe zum Vergleich Sternbild Equuleus, das Füllen). Der Name Pollux entstammt dem früheren „Polluces“; bei Ovid wird er dann zu Pugil. Beide Sterne wurden schon von den Babyloniern als Zwillinge gesehen, ebenfalls bei den Arabern, die die griechischen Sternbilder teilweise adoptierten. Die Perser nannten die beiden Sterne Du Kaikar („Die Zwei Figuren“). Die Ägypter bezeichneten sie als Horus der Ältere und Horus der Jüngere. Bei den Chinesen hießen beide Sterne zeitweilig Yin und Yang, angelehnt an die zwei Prinzipien des Seins. Bei den Indianer-stämmen Amerikas sah man in der Sternanordnung unterhalb von Pollux und Castor die Löcher zweier neben-einander liegender Flöten.
Laut anderer Quellen steht das schöne Sternbild für Myrtilos, den Wagenlenker des Königs Oinomaos von Elis. Myrtilos selbst war Sohn des Hermes und der schnellste Wagenlenker im Reich des Oinomaos. Oino-maos war so eifersüchtig auf die vielen Freier seiner schönen Tochter, dass er zu einem Wagenrennen auf Leben und Tod einlud, das Myrtilos jedes Mal prompt gewann. Nachdem schon viele Bewerber so den Tod fanden, meldete sich der Sohn des Tantalos namens Pelops und hielt um die Hand der Hippodameia an. Diesmal hatte sie sich regelrecht in den jungen Mann verliebt und bat Myrtilos etwas nachzuhelfen, damit Pelops gewinnen sollte.
Nachdem Myrtilos den schnellen Wagen manipulierte, lösten sich die Räder an Oinomaos‘ Wagen, so dass der König zu Tode stürzte. Als Dank für die Tat warf Pelops den Myrtilos ins Meer, um die Königstochter si-cher für sich zu haben. Noch ins Wassers stürzend belegte der Sohn des Hermes das Haus des Pelops mit einem Fluch.
Eine andere Variante berichtet von dem Wagenlenker Hippolytos, in den sich seine Stiefmutter Phaidra ver-liebt hatte und von Hippolytos abgewiesen wurde. Phaidra beging in ihrem Schmerz Selbstmord. Die eigent-lich ja Unschuldige wurde von König Theseus in die Verbannung geschickt und kam ums Leben, als sein Wa-gen zerbrach. Der berühmte Arzt und Heiler Asklepios (Der Schlangenträger) heilte Hippolytos – schließlich war jener ja unschuldig am Tod der Phaidra! Da meldete sich Hades bei Zeus. Hades meinte, so ginge es nicht, schließlich heilte Asklepios die edelsten Seelen und diese gingen für das Totenreich des Hades verlor-ren. Zeus streckte darauf den Asklepios mit einem Blitz nieder und versetzte Arzt und Wagenlenker an den Himmel.
Die folgende Karte gilt für den 15.11. 24h, 30.11. 23h, 15.12. 22h, 31.12 21h usw. Die Karte wurde erstellt mit Guide 9.0.
4. EINZELNE STERNE IN DEN ZWILLINGEN
Alpha, ist etwa 52 Lichtjahre entfernt und leuchtet bläulich mit 1,6 mag. Neben Castor und Eques waren zahlreiche andere Namen in Umlauf. Die Babylonier nannten ihn Mash-mashu-Mahru, der westliche beider Zwillinge. Die Assyrer nannten Alpha und Beta Mas-mas oder Tuamu, die Zwillinge.
Beta, mit 1,1 mag bei gelblicher Farbe in 33,5 Lichtjahre leuchtend, wurde bei den Babyloniern „Mash-mashu-arku“, der östliche der Zwillinge, genannt.
Gamma, in 105 Lichtjahren bläulich leuchtend, hat eine Helligkeit von 1,9 mag. Riccioli nannte ihn Elhenaat, die Araber Al Hanah.
Delta, Wasat genannt, leuchtet mit 3,5 mag in 59 Lichtjahren Entfernung. Er erscheint weißlich. Bei den Ara-bern Al Wasat oder Wesat genannt. Die Chinesen nannten ihn Ta Tsun, das Weinfass.
Quellen:
Himmelsjahr 2026, Kosmos-Verlag
Sternbilder und ihre Mythen, Springer-Verlag
Starnames -Their Lore and Meaning, Dover Publ. Inc.
Atlas für Himmelsbeobachter, Kosmos-Verlag
The Night-Sky Observers Guide, Willmann-Bell Inc.
Sterne erzählen, Walter-Verlag
Viel Spaß beim Beobachten!