Merkur
bleibt mit der Sonne am Taghimmel.
Venus
schließt am Abendhimmel immer weiter zur Sonne auf: Am 1. folgt die Venus der untergehenden Sonne in nur 1 Stunde nach. Um 20:02 Uhr passiert sie den westlichen Horizont (die Sonne um 19:04 Uhr). Am 15. geht Venus um 19:13 Uhr unter, die Sonne um 18:34 Uhr. Am 30. folgt die Venus dem Sonnenuntergang nur um einige Minuten! Venus‘ Phase schrumpft bis auf 16%, ihr Durchmesser wächst an auf 47 Bogensekunden.
Mars
bewegt sich am Morgenhimmel durchs Sternbild Zwillinge. Seine Aufgänge kann der rote Planet bis Monatsende in Richtung Mitternacht verlagern. .Um 0:29 Uhr passiert Mars am 1. noch den Horizont, um 0:18 Uhr schon am 15. und um 0:06 Uhr am 30. Mars‘ Phase misst bis Monatsende ca. 90%, seine Helligkeit 1,1mag. Sein Durchmesser zeigt vorerst noch bescheidene 5,5 Bogensekunden.
Jupiter
zieht durchs Sternbild Krebs und geht am 1. noch um 03:14 Uhr auf, am 15. um 02:35 Uhr und am 30. bereits um 01:52 Uhr. Jupiters Äquatordurchmesser liegt am Monatsende bei 33 Bogensekunden. Mit -1,9mag beherrscht Jupiter den Morgenhimmel.
Saturn
im Sternbild Fische verlegt seine Aufgangszeiten in Richtung Mitternacht. So überschreitet der Ringplanet am 1. um 2:34 Uhr den Horizont, am 15. um 01:35 Uhr und am 30. schließlich schon um 0:32 Uhr. Sein Äquatordurchmesser liegt bei knapp 20 Bogensekunden, seine Ringe sind um 7 Grad geöffnet. Zum 30. leuchtet Saturn 0,4mag.
Uranus
im Sternbild Stier steht auf halber Länge zwischen den Plejaden und dem Stern Epsilon Tauri (3,5mag, in den Hyaden). Uranus‘ Helligkeit legt bis Monatsende auf 5,6mag zu, sein Durchmesser liegt bei 3,7 Bogensekunden. Den Meridian passiert Uranus am 1. um 5:53 Uhr, am 15. 4:59 Uhr und am 30. 3:59 Uhr. Uranusbahn im Jahr 2026.
Neptun im Sternbild Fische steht ca. 3 Grad westlich des Sterns 10 Psc (6,2mag). Mit einem Durchmesser von ca. 2,4 Bogensekunden erreicht Neptun am 26. September seine diesjährige Opposition. Dies lässt sich auch an seinen Kulminationszeiten erkennen: Am 1. geht er um 01:55 Uhr durch den Meridian, am 15. um 0:58 Uhr und am 30. schließlich vor Mitternacht um 23:54 Uhr. Neptunbahn in 2026.
IAU-Definition für den Begriff „Planet“ (IAU: Internationale Astronomische Union): Ein Planet ist ein Körper, der ausschließlich um die Sonne und keinen weiteren Körper läuft. Seine Form erreicht annähernd kugelför-mige Gestalt. Seine Gravitation ist ausreichend groß, um seine Umgebung zu bereinigen. Er dominiert seine Umgebung also gravitativ.
Zwergplaneten im September 2026
Ceres bereitet im folgenden Monat eine kurze Sichtbarkeit.
Pluto kulminiert am 1. um 22:03 Uhr (Ende der astr. Dämmerung um 21:00Uhr), am 15. um 21:07 Uhr und am 30. um 20:08 Uhr. Die Zeiten am 15. und 30. liegen einige Minuten nach Ende der astr. Dämmerung. Plutobahn in 2026
IAU-Definition für den Begriff „Zwergplanet“: Ein Zwergplanet ist ein Körper der wie ein Planet ausschließlich die Sonne und keinen weiteren Körper läuft. Seine Gestalt ist ebenfalls annähernd kugelförmig. Aber seine Gravitation reicht nicht aus, um seine Umge-bung zu bereinigen. Er darf außerdem kein Satellit (Mond) eines Planeten sein!
Kleinkörper der Sonnensystems im September
Pallas, „Planetoid“ Nr. 2, wandert in südlicher Richtung durch das Sternbild Walfisch und strebt ihrer Opposition im Folgemonat entgegen. Folglich steigt Pallas‘ Helligkeit von 8,9mag auf 8,3mag am 30. Am 18. passiert Pallas den Stern Theta Ceti (3,6mag) in 2,5 Grad westlichem Abstand. Zum Monatsende steht sie genau zwischen Eta (3,4mag) und Chi (4,9mag). Am 1. kulminiert Pallas um 03:19 Uhr, am 15. um 02:21 Uhr und am 30 .um 01:13 Uhr. Pallasbahn im Jahr 2026.
Vesta, „Planetoid“ Nr. 4, bewegt sich durch das Sternbild Walfisch in westlicher Richtung und legt bis Monatsende bis auf 6,5mag Helligkeit zu. Vestas Meridianpassagen nähern sich der Mitternachtsmarke. Am 1. geht Vesta noch um 3:36 Uhr durch den Meridian, am 15. um 02:37 Uhr und am 30 Uhr um 01:28 Uhr. Vestabahn im Jahr 2026.
Nausikaa, „Planetoid“ Nr. 192, bewegt sich westwärts durch das Sternbild Fische, ihre Helligkeit von 9,3mag auf 8,4mag steigernd. Am 1. steht Nausikaa genau zwischen 51 (5,6 mag) und 60 Psc (5,9mag). Am 28. passiert den Stern 41 Psc (5,3 mag) in nur 26 Bogenminuten nördlichem Abstand. Nausikaa kulminiert am 1. um 02:21 Uhr, am 15. um 01:18 Uhr und am 30. um 0:05 Uhr. Vestabahn im Jahr 2026. Nausikaa-Bahn im Jahr 2026.
IAU-Definition für den Begriff „Kleinkörper des Sonnensystems“ (IA: Internationale Astronomische Union): Kleinkörper des Sonnensystems sind alle weiteren die Sonne umlaufenden Körper, die nicht Planet oder Zwergplanet sind. Der Begriff „Kleinplanet“ sollte nicht mehr verwendet
Meteorströme
Im September treten die Epsilon-Perseiden auf. Am 9. wird ein schwaches Maximum erreicht mit einer Zahl von ca. 10/s.
Im gesamten Monat besuchen uns die Pisciden mit einem Maximum um den 20. Zu erwarten sind aber led. 5-10 Meteore pro Sekunde.
Ab dem 10. des Monats werden die Südlichen Tauriden aktiv.
DER STERNENHIMMEL IM SEPTEMBER 2026
1. Der Sternenhimmel
2. Objekte für Fernglas und Fernrohr
3. Sternbildportrait: Cetus (Cet), der Walfisch
4. Einzelne Sterne im Wafisch
1. DER STERNENHIMMEL
Mitte September ist um 24 Uhr am Osthorizont der aufstrebende Winterhimmel bereits zu sehen. Die Zwillinge „liegen“ über dem Horizont. Im Westen sind eben noch die Sterne aus dem oberen Teil des Bootes zu sehen. Das Sommerdreieck steht weiterhin ein gutes Stück über dem Horizont dank der hohen Deklinationen von Leier und Schwan. Die Milchstraße zieht durch den Zenit. Der Pegasus steht hoch im Meridian, sein Quadrat beherrscht diese Wochen den Südhimmel.
Südlich des Pegasus schlängeln sich die Fische dahin, einen Ring südwestlich unter dem Pegasus-Quadrat, einen unmittelbar östlich davon im Winkel mit der Andromeda-Kette. Der südlichste Stern 1. Magnitude, Fomalhaut (arab. Fom al Hut. „Maul des Fisches“), der Hauptstern des Südlichen Fisches (Piscis Austrinus), leuchtet knapp westsüdwestlich des Südpunktes.
In einer großen Lücke zwischen den schwachen Sternen der Fische und dem Horizont finden sich nur wenige helle Sterne: Dies ist die Region, in der sich das Sternbild Walfisch oder „Cetus“ erstreckt. Am auffälligsten ist gerade einmal seine östliche („linke“) Seite, die ein fast regelmäßiges Parallelogramm aus vier Sternen bildet. An diesem schiefen Viereck „hängt“ östlich ein großes (und daher recht unübersichtliches) „W“. Die Sterne Alpha (Menkar), Beta (Deneb Kaitos) und Omikron (Mira) helfen am ehesten, die W-Linien zusammenzusetzen. Da Omikron veränderlich ist, (zwischen 3,4 und 9 mag) kann man ihn leicht mit anderen schwachen Sternen verwechseln.
Zwischen Cetus und Orion finden sich am Himmel die schwachen Sterne des Flusses Eridanus. Der Eridanus enthält kaum Sterne heller als 3.5 mag. Am Himmel tut sich bei schlechter Sicht also eine „Eridanuslücke“ auf. Dreht man sich um nach Norden, ist das Sternmuster des Großen Wagens (Ein Teil des Großer Bären) in seiner tiefsten Stellung überm Horizont sichtbar. Von jetzt an strebt er wieder höheren Stellungen zu. Mit dem langsamen Aufsteigen der Wintersternbilder über die folgenden Monate hin kommt immer mehr die Zone zum Vorschein, die „unterhalb“ der Wagendeichsel liegt: Die Galaxienhaufen in Coma Berenices und Virgo, die dann morgens am Winterhimmel und nachts am Frühlingshimmel die Galaxien-Beobachter wieder auf den Plan rufen werden.
2. OBJEKTE FÜR FERNGLAS UND FERNROHR
Das Sternbildportrait dieses Monats wird den Walfisch „Cetus“ zum Ziel haben.M77 ist eine kleine Galaxie, die zum Typ der Seyfert-Galaxien gehört, knapp 1 Grad östlich von Delta Ceti stehend. NGC 247 ist eine große Galaxie (18 Bogenminuten) mit ca.14 mag Oberflächenhelligkeit. Im Sternbild Sculptor südlich des Cetus steht NGC 253, auch „Silverdollar-Galaxie“ genannt. Sie erscheint mit 25 Bogenminuten länglich im Fernglas. Auch Staubstrukturen sind im Teleskop zu sehen. Die tiefe Stellung (- 25 Grad) erschwert die Beobachtung etwas. NGC 288: Ein Kugelsternhaufen einer etwas schwierigeren Kategorie mit ca.13 mag Oberflächenhelligkeit.
Andromeda: NGC 891 fordert etwas Öffnung. Bei guten Bedingungen reicht ein 6-8Zöller. NGC 752 ist bereits mit dem freien Auge sichtbar. M31 ist meistens einfach im Fernglas zu beobachten aufgrund ihrer Größe.
Perseus: M76, der „Kleine Hantelnebel“, steht weniger als 1 Grad nördlich von Phi Persei (4mag).
Dreieck: M33 fordert dunklen Himmel. Das Fernglas wird wohl dem Teleskop vorzuziehen sein wegen der Ausdehnung der Galaxie.
3. STERNBILDPORTRAIT: CETUS (Cet) DER WALFISCH
Cetus ist eng mit den Sagen der Sternbilder Cassiopeia, Perseus und Andromeda verbunden. Königin Cassiopeia verglich die Schönheit ihrer Tochter prahlerisch mit der der Nereiden – Töchter des Meeresgottes Poseidon. Dieser entsandte das Meeresungeheuer Cetus, um das Königreich zu verwüsten. Besänftigt werden konnte es lediglich durch die Opferung der Andromeda. Cassiopeia und ihr Ehemann Cepheus ergaben sich diesem Schicksal und ketteten ihre Tochter an einen Felsen am Meer an, um das Übel anzuwenden. In Ovids Schilderungen teilte das Untier bei seinem Ansturm auf die Küste die Fluten. Seinen Körper schildert Ovid als tangbedeckt und muschelbewachsen als es sich aus den Fluten erhob. Der herannahende Perseus konnte dann mit Hilfe des von ihm erbeuteten Gorgonenhauptes das anbrausende Monstrum schließlich in Stein verwandeln und die Andromeda aus ihrer misslichen Lage befreien.
Im Sternbild Perseus verkörpert der Veränderliche Stern Beta Persei (Algol) das Gorgonenhaupt. Die Position am Himmel weit unterhalb des Pegasus (Perseus‘ Reittier während seiner Befreiungstat) unterstreicht die Verwandtschaft mit vielen anderen Sternbildern. Nordöstlich schließt sich der Perseus an den Walfisch an. Cassiopeia und Cepheus stehen nahe des Himmelspols. Die Andromeda schließt unweit des Walfisches an den Pegasus an. Nachfolgend eine Karte des Sternbildes an den Himmel (erstellt mit GUIDE 9.0).
Der unten dargestellte Himmelsanblick auf der Karte gilt für den 15.11. 24h, 30.11. 23h, 15.12. 22h, 31.12 21h usw.
4. EINZELNE STERNE IM WALFISCH
Alpha leuchtet gelblichorange mit 2,9 mag und 220 Lichtjahren Entfernung. Al Kaff al Jidmah, Monkar, Menkar waren weitere Bezeichnungen für den Stern (Nase und Maul des Ungeheuers).
Beta leuchtet gelblich, ist 2,4 mag hell (also heller als Alpha!) und 96 Lichtjahre entfernt. Deneb Kaitos oder Denebcaiton oder arab.: Al Dhanab al Kaitos al Janubiyy für „Schwanz des Ungeheuers“ sind andere Bezeichnungen. Er wird auch Diphda genannt von: Al Difdi al Thani für „Zweiter Frosch“ oder Randa sekunda „Frosch, Kröte“. Fomalhaut (siehe oben unter „Sternenhimmel des Monats“) war dann der „1. Frosch“!
Gamma leuchtet als Doppelstern mit einer bläulichen und einer weißlichen Komponente mit 3,5 und 7 mag Helligkeit in 82 Lichtjahren Abstand. Sein arab. Name „Al Kaff al Jidmah“ galt für die ganze Kopfgruppe („Das Parallelogramm“) des Sternbildes.
Epsilon, Rho und Sigma Ceti bildeten „Tsow Kaon“ (Heu und Stroh) bei den Chinesen.
Zeta leuchtet gelblich mit 3,7 mag. „Baten Kaitos“ oder „“Al Batn al Kaitos“ bedeuteten „Bauch des Wales“.
Eta „(3.5 mag und gelblich leuchtend) hieß auch „Deneb“ oder „Deneb Algenubi“ für: Schwanzwurzel.
Iota (3,6 mag und gelblich leuchtend): Ein weiterer Stern des Namens “ Deneb Kaitos“ oder auch „Al Shamaliyy“: „Nördlicher Teil des Schwanzes“. Man beachte zwei Sterne der Waage: Zuben el Schemali und Zuben el Genubi: Die „nördliche“ und die „südliche“ Schere!
Omikron ist veränderlich mit 3,4-9,2(!) mag und einer Periode von 334 Tagen, gelblich leuchtend und der erste systematisch beobachtete veränderliche Stern. „Mira Stella“ taufte ihn Johannes Hevelius 1662. „Collum Ceti“, „Hals des Wales“ war ein weiterer Name. Johann Fabricius führte erste Beobachtungen über längere Zeit durch und begründete damit die regelmäßige Erforschung der Veränderlichen.
Quellen:
Himmelsjahr 2026, Kosmos-Verlag
Sternbilder und ihre Mythen, Springer-Verlag
Starnames -Their Lore and Meaning, Dover Publ. Inc.
Atlas für Himmelsbeobachter, Kosmos-Verlag
The Night-Sky Observers Guide, Willmann-Bell Inc.
Sterne erzählen, Walter-Verlag
Viel Spaß beim Beobachten!