Der Sternenhimmel des Monats Oktober als PDF zum Download.

Merkur
bleibt mit der Sonne am Taghimmel.

Venus
beendet ihre Abendsichtbarkeit und kommt am 24. in untere Konjunktion mit der Sonne. Zu dem Zeitpunkt erscheint unser Nachbarplanet 61 Bogensekunden groß! Ihr Aufgang erfolgt am 31. um 06:26 Uhr, die Morgendämmerung beginnt dann um 05:56 Uhr. Zum Monatsletzten misst Venus 2%, ihre Helligkeit liegt bei -4,2mag.

Mars
bewegt sich durch das Sternbild Krebs und kann seine Aufgangszeiten in die Stunde vor Mitternacht verlegen. So tritt der rote Planet am 1. noch um 0:04 Uhr über den Horizont, am 15. bereits um 23:53 Uhr und am 31. schließlich um 23:37 Uhr. Mars‘ Durchmesser im Teleskop überschreitet 6 Bogensekunden bis Monatsende und weist eine deutliche Phase von 90% auf. Seine Helligkeit misst etwa 1,1mag. Um den 13. Oktober passiert Mars den markanten Sternhaufen Messier 44.

Jupiter
im Sternbild Löwe dehnt seine Sichtbarkeit fast bis Mitternacht aus. Am 1. passiert er die Horizontlinie noch um 01:49 Uhr am 15. schon um 01:07 Uhr und am 31. um 0:16 Uhr. Jupiters Äquatordurchmesser liegt am Monatsende bei knapp unter 36 Bogensekunden, seine Helligkeit bei -2mag.

Saturn
Bewegt sich im Sternbild Walfisch und erreicht am 04. Oktober seine Oppositionsstellung. An dem Tag geht er um 18:01 auf und um 06:30 Uhr unter. Am 15. geht er um 05:42 unter und am 31. um 04:30 Uhr. Sein Äquatordurchmesser liegt knapp unter 20“, seine Ringe sind ca. -6,5° Grad geöffnet. Saturn leuchtet mit ca. 0,5 mag.

Uranus
steht im Sternbild Stier genau zwischen den Plejaden und den Hyaden im Goldenen Tor der Ekliptik. Über den Horizont tritt der ferne Planet am 1. um 19:59 Uhr, am 15. um 19:03 Uhr und am 31. schließlich um 17:58 Uhr. Uranus‘ Durchmesser im Teleskop liegt bei 3,8 Bogensekunden. Uranus Helligkeit misst ca. 5,6mag.  Uranusbahn im Jahr 2026.

Neptun im Sternbild Fische passiert Anfang des Monats den Meridian noch nahe der Mitternachtszeiten. So kulminiert er am 1. um 23:51 Uhr, am 15. aber schon um 22:23 Uhr und am 31. schließlich um 21:49 Uhr. Neptuns Durchmesser im Teleskop misst 2,3 Bogensekunden, seine Helligkeit ca. 7,8mag. Neptunbahn in 2026.

IAU-Definition für den Begriff „Planet“ (IAU: Internationale Astronomische Union): Ein Planet ist ein Körper, der ausschließlich um die Sonne und keinen weiteren Körper läuft. Seine Form erreicht annähernd kugelför-mige Gestalt. Seine Gravitation ist ausreichend groß, um seine Umgebung zu bereinigen. Er dominiert seine Umgebung also gravitativ.

Zwergplaneten im Oktober 2026

Ceres bewegt sich im Sternbild Zwillinge nach Osten und ist Objekt der 2. Nachthälfte. So geht Ceres mit 8,7mag Helligkeit am 1. um ca. 22:30Uhr auf, am 15. um ca. 21:50 Uhr und am 31. schon um 20:55 Uhr. Ceres‘ Kulminationen erfolgen noch weitgehend während der hellen Dämmerung. Lediglich die letzten Oktobertage lassen Ceres vor Beginn der nautischen Dämmerung kulminieren. Bis Monatsende steigen Ceres‘ Helligkeiten auf 8,2mag an. Am 14. passiert Ceres den Stern 58 Gem (6,2mag) in 30 Bogenminuten nördlichem Abstand. Am 31. steht sie 1,7 Grad östlich des Sterns Kappe Gem (3,6 mag). Ceresbahn in 2026

Pluto  kulminiert am 1. um 22h während die Sonne gerade -19,0 Grad tief steht. Am 15. geht Pluto um ca. 21:10 Uhr durch den Meridian, die Sonne steht dann 18 Grad unter dem Horizont. Am 31. endet die astr. Dämmerung gerade um 18:50 Uhr, wenn Pluto fast genau im Meridian steht. Der ferne Zwergplanet profitiert also von der immer früher einsetzenden Dämmerung. Plutobahn in 2026

IAU-Definition für den Begriff „Zwergplanet“: Ein Zwergplanet ist ein Körper der wie ein Planet ausschließlich die Sonne und keinen weiteren Körper läuft. Seine Gestalt ist ebenfalls annähernd kugelförmig. Aber seine Gravitation reicht nicht aus, um seine Umge-bung zu bereinigen. Er darf außerdem kein Satellit (Mond) eines Planeten sein!

Kleinkörper der Sonnensystems im Oktober

Pallas, „Planetoid“ Nr. 2, im Sternbild Walfisch wandert in südwestlicher Richtung parallel zur Linie Deneb Algenubi-Deneb Kaitos. Dabei passiert sie am 3. den Stern 47 Ceti (5,5mag) in 27 Bogenminuten westlichem Abstand. Am 8. passiert sie 46 Ceti ( 4,9mag) in ca. 1 Grad westlichem Abstand. Ihre Opposition erreicht sie am 6. mit 8,3 mag Helligkeit. Bis Ende Oktober hat sie wieder 8,5mag und steht dann ca. 5 Grad ostsüdöstlich von Deneb Kaitos (2,mag). Durch den Meridian geht Pallas am 1. um 01:07 Uhr, am 15. um 0:03 Uhr und am 31. um 22:44 Uhr.  Pallasbahn im Jahr 2026.

Vesta, „Planetoid“ Nr. 4, erreicht am 13. ihre diesjährige Oppositionsstellung. Sie bewegt sich in westliche Richtungen fast ausschließlich in Rekatszension. Um den 21. passiert sie in 4,2 Grad Theta Ceti (3,6mag). Am 13. erreicht Vesta ihre Opposition mit 6,3mag Helligkeit! Am 1. passiert die Vesta um 01:23 Uhr den Meridian, am 15. um 0:16 Uhr und am 31. um 22:54 Uhr.  Vestabahn im Jahr 2026.

Nausikaa, „Planetoid“ Nr. 192, bewegt sich parallel zu den Sternen 35 und 31 Psc nach Westen während sie ihre Helligkeit von 8,4 bis auf 9,4mag abbaut. Nausikaa passiert 35 Psc (6mag) am 3. in nur 8 Bogenminuten nördlichem Abstand. Am 18. passiert sie 31 Cet (6,3mag) in 13,4mag nördlichem Abstand. Geht sie am 1. noch um 23:59 Uhr durch den Meridian, erfolgt ihre Kulmination am 15. schon um 22:48 Uhr und am 31. um 21:38 Uhr.  Nausikaa-Bahn im Jahr 2026.

IAU-Definition für den Begriff „Kleinkörper des Sonnensystems“ (IA: Internationale Astronomische Union): Kleinkörper des Sonnensystems sind alle weiteren die Sonne umlaufenden Körper, die nicht Planet oder Zwergplanet sind. Der Begriff „Kleinplanet“ sollte nicht mehr verwendet

Meteorströme

Vom 14. bis 27. treten die Epsilon-Geminiden in die Erdatmosphäre ein. Ein Maximum liegt um den 18.

Vom 19. bis 27. erreichen uns die Leonis-Minoriden.

Ein weiterer wenig auffälliger Strom sind die nördlichen und südlichen Tauriden.

Ferner treten den ganzen Monat über die Orioniden auf mit einem Maximum um den 22. herum.

 

DER STERNENHIMMEL IM OKTOBER 2026

1. Der Sternenhimmel
2. Objekte für Fernglas und Fernrohr
3. Sternbildportrait: Pisces (Psc), die Fische
4. Einzelne Sterne in den Fischen

1. DER STERNENHIMMEL

Mitte Oktober beherrschen den herbstlichen Himmel die Sternbilder Wassermann, Pegasus, Fische, Dreieck, Widder, Andromeda und Cassiopeia. Der Osthorizont hat den Winterhimmel freigegeben und wir sehen bis auf Sirius schon den größten Teil des Wintersechsecks: Prokyon im Kleinen Hund kommt eben über den Horizont. Im Westen sind dagegen nur noch die Sterne des Sommerdreiecks zu sehen. Die Milchstraße geht aber immer noch hoch durch den Zenit. Nur, dass jetzt der schwächere Winterteil der Milchstraße zwischen dem Ostpunkt und dem Zenit liegt. Zwischen dem Fuhrmann und dem Polarstern steht das schwache Sternbild „Camelopardalis“, die Giraffe. Der Pegasus hat eben den Meridian passiert. Unter ihm ziehen sich die Fische dahin. Eine Ellipse aus Sternen ist südwestlich des Pegasus-Quadrates schön zu sehen, die zweite nicht ganz so deutlich unterhalb von Beta Andromedae. Der südlichste Stern 1. Magnitude, Fomalhaut (arab. Fom al Hut. „Maul des Fisches“), der Hauptstern des Südlichen Fisches (Piscis Austrinus), nähert sich bereits wieder dem westlichen Horizont.
In der Zone zwischen den schwachen Sternen der Fische und dem Horizont findet sich das Sternbild Walfisch oder „Cetus“. Es ist jetzt am besten zu sehen. Zwischen Cetus und Orion finden sich am Himmel nur noch die schwachen Sterne des Flusses Eridanus. Der Eridanus enthält kaum Sterne heller als 3.5 mag. Am Himmel gibt es bei schlechter Sicht also eine „Eridanuslücke“. Wegen dieser schwachen Sternbilder des Herbsthim-mels nehmen wir eigentlich nur das Pegasusquadrat am Herbsthimmel wahr und beachten weniger die vielen schwächeren Sternchen, die immerhin drei große Sternbilder bilden: Cetus, Pisces und Eridanus.

Drehen wir uns nach Norden, so sehen wir das Sternmuster des großen Wagens (Teil des Sternbilds „Großer Bär“) mit der Deichsel zum Horizont hinweisend. Von jetzt an strebt er wieder höheren Stellungen zu. Mit dem langsamen Aufsteigen der Wintersternbilder über die folgenden Monate kommt immer mehr von der Zone zum Vorschein, die „unterhalb“ der Wagendeichsel liegt: Die Galaxienhaufen in Coma Berenices und Virgo, die am Winter- und Frühlingshimmel zum Beobachten einladen.

2. OBJEKTE FÜR FERNGLAS UND FERNROHR

M74 ist eine der schwierigsten Objekte im Katalog von Charles Messier. Sie steht dicht neben Eta Piscinum in Richtung auf Gamma Arietis zeigend. Ihre Oberflächenhelligkeit lässt sich vielleicht noch mit der ähnlich schwachen M101 vergleichen.

NGC 7537 und 7541: Ein schönes Galaxienpaar, das im 8-Zöller schon „kommen“ sollte. Das Paar steht bei RA 23h 14,7m und Dekl. +4,53 Grad 1,25 Grad nördlich des Sternes Gamma Piscinum.

NGC 128 ist ebenfalls für 8-Zöller interessant. Sie ist das hellste Mitglied einer 5er-Gruppe von Galaxien. Sie liegt in „10-Uhr“-Richtung (also nordöstlich) 1,25 Grad von dem Stern 44 Piscinum entfernt.

NGC 383-Gruppe: Hier sind 17 Galaxien auf 1,6 x 1 Grad verteilt. Dies ist vielleicht für ambitionierte Astro-fotografen interessant. In dem Buch „The Night Sky Observer’s Guide“ befindet sich auf Seite 324 eine schöne Aufnahme. Bei guter Einnordung der Montierung sollte es schon gelingen, die Galaxie oder auch einige ihrer Partner mit einer gewöhnlichen Digicam abzulichten.

Wolf 28 ist ein weißer Zwerg mit dem Namen „Van Maanen’s Star“. Er ist mit 12,3 mag auch für 8-Zöller erreichbar!

3. STERNBILDPORTRAIT:  PISCES, (PSC), DIE FISCHE

Den Fischen liegt eine weniger bekannte als Andromeda/Cetus, aber nicht undramatische Legende zu
Grunde. Die mythologischen Wurzeln lassen sich auf den Euphrat zurückverfolgen. Wie bei einigen anderen Sternbildern auch, haben die Griechen hier alte Grundlagen der Sumerer übernommen. Nachdem die Titanen im Kampf um die Macht besiegt und von Zeus in die Unterwelt verbannt worden waren, gebar die Mutter Erde (Gaia) ein monströses Wesen namens Typhon. Es gibt verschiedene Beschreibungen, wie es ausgesehen haben soll. Hesiod beschreibt es als ein Tier mit hundert Drachenköpfen. Aus den Augen jedes Kopfes sprühte Feuer. Jeder Kopf schien unterschiedliche Laute hervorzubringen. Die Götter um Zeus sahen sich nun einer ultimativen Bedrohung ausgesetzt. Die Quellen berichten, dass u. a. auch Aphrodite mit ihrem Sohn Eros in einem Versteck Schutz suchen musste. Beide versteckten sich in der Schilfzone des Euphrat. Zwei Fische kamen herbei um sie in Sicherheit zu bringen. Andere Quellen beschreiben, dass beide sich in Fische verwandelten.
Eine weitere Variante besagt, dass Aphrodite die Nymphen laut um Hilfe angerufen haben soll, worauf sie mit Ihrem Sohn ohne Zögern ins Wasser gesprungen sei. Erst hierauf seien dann die zwei Fische erschienen.
Für das Band, das die Fische am Himmel miteinander verbindet, hatten die Griechen offenbar keine Erklä-rung. Es bleibt im Dunkel, was das Band zu bedeuten hat.

Der unten dargestellte Himmelsanblick auf der Karte gilt für den 15.10. ca. 22h, 31.10. ca. 21h, 15.11. ca. 20h usw. Die Karte wurde erstellt mit Guide 9.0

4. EINZELNE STERNE IN DEN FISCHEN

Alpha leuchtet bläulichweiß mit 3,8 mag und 140 Lichtjahren Entfernung. Er wird auch Al Rischa oder Al Rescha (Strick oder Band) genannt. Die Araber nannten ihn außerdem Okda oder Kaitain.

Beta leuchtet bläulich mit 4,5 mag Helligkeit und ist 500 Lichtjahre entfernt. Seine arabische Bezeichnung lautet Fum al Samakah, Maul des Fisches. Beta markiert die westlichste Spitze des westlichen Fisches.

Delta ist 4,4 mag hell mit gelblicher Färbung. Er ist 310 Lichtjahre entfernt. In Bayers Aufzeichnungen hat er ähnliche Titel wie Alpha. Gemeinsam mit Delta, Alpha, Epsilon, Zeta, Mü, Nü und Xi bildete dieser Stern bei den Chinesen Wae Ping, die gerollte Leinwand.

Eta
leuchtet gelblich mit 3,6 mag bei 300 Lichtjahren Abstand. Laut des deutschen Orientalisten J. Epping könnte dieser Stern das erste ekliptikale Sternbild der Babylonier gewesen sein: „Kullat Nunu“, das Band der Fische. Ein Hinweis auf die Übernahme durch die Griechen und das Alter dieser Konstellation. Dieser Stern bildete mit Kappa und Lambda bei den Chinesen Yun Yu, die Wolke und der Regen.

 

Quellen:

Himmelsjahr 2026, Kosmos-Verlag
Sternbilder und ihre Mythen, Springer-Verlag
Starnames -Their Lore and Meaning, Dover Publ. Inc.
Atlas für Himmelsbeobachter, Kosmos-Verlag
The Night-Sky Observers Guide, Willmann-Bell Inc.
Sterne erzählen, Walter-Verlag

Viel Spaß beim Beobachten!