Der Sternenhimmel des Monats Juli als PDF zum Download.

Merkur
bleibt unbeobachtbar mit der Sonne am Taghimmel.

Venus
legt an Helligkeit zu, verkürzt aber ihre Sichtbarkeitsdauer. Geht Venus am 1. noch um 22:41 Uhr unter den westlichen Horizont, passiert sie die Horizontlinie am 15. um 22:13 Uhr und am 31. schon um 21:35 Uhr. Ihre Phase schrumpft bis Monatsende auf 57%, ihr Durchmesser im Teleskop wächst an auf knapp 21 Bogensekunden. Venus lsteigert ihre Helligkeit auf -4,3mag zum Monatsende.

Mars
im Sternbild Stier bewegt sich nahe der Position des Planeten Uranus. Mars‘ Helligkeit liegt am Monats-anfang bei ca. 1,3mag, sein Durchmesser im Teleskop bei 5 Bogensekunden. Er bewegt sich ostwärts und passiert den Uranus am 4. des Monats in gerade einmal 6 Bogenminuten südlichem Abstand. Allerdings erreicht Mars seine geringsten Abstand um 17:30 Uhr (MEZ) ,und das Ereignis bleibt damit unbeobachtbar. Über den Horizont tritt der rote Planet am 1. um 01:53 Uhr, am 15. um 01:28 Uhr und am 31. schon um 01:04 Uhr. Mars zeigt eine leichte Phase von 94%.

Jupiter
im Sternbild Krebs verlegt seine Untergangszeiten in die Dämmerung: Am 1. geht der Riesenplanet um 21:41 Uhr, ca. eine Stunde nach der Sonne, unter. Bei Eintritt der bürgerlichen Dämmerung gegen 21:25 Uhr steht Jupiter noch 2,5 Grad über dem Horizont. Er at sich damit vorerst vom Himmel verabschiedet.

Saturn
bewegt sich am Morgenhimmel durch das Sternbild Fische. Zu Beginn der nautischen Dämmerung gegen 02:10 Uhr am 1. steht der Ringplanet bereits ca. 17 Grad hoch! Saturns Äquatordurchmesser liegt bei 18,5 Bogensekunden, seine Ringe sind um -9 Grad geöffnet. Saturns Aufgänge wandern in die 1. Nachthälfte hinein: Am 1. überschreitet er um 0:20 Uhr den östlichen Horizont, am 15. um 23:22 Uhr und am 31. um 22:20 Uhr.

Uranus
Im Sternbild Stier kann ab Mitte Juli am Morgenhimmel versucht werden. Da die Sonne noch nicht unter 18 Grad Tiefe erreicht, muss die Zeit nach Uranusaufgang um 01:06 Uhr abgewartet werden. Bis zur nautischen Dämmerung um 02:25 Uhr hat Uranus eine Höhe von ca. 11 Grad erreicht. D. h., eine Feldstechersichtung kann versucht werden. Am Monatsletzten haben sich die Verhältnisse verbessert: Bei Beginn astr. Dämmerung um 01:50 Uhr hat Uranus dann schon 15Grad erreicht. Der 5,8mag helle Planet geht am 31. um 0:05 Uhr auf. Sein Durchmesser im Teleskop liegt bei 3,5 Bogensekunden.    Uranusbahn im Jahr 2026.

Neptun im Sternbild Fische gewinnt am Morgenhimmel an Abstand zur Sonnenpsoition mit 7,8mag Helligkeit. Am 15. hat Neptun um 0:20 Uhr eine Höhe von 11 Grad erreicht; am 31. zum Eintritt der astr. Dämmerung um 01:50 Uhr eine Höhe von 32 Grad! Neptuns Größe im Teleskop misst ca. 2,3 Bogensekunden.   Neptunbahn in 2026.

IAU-Definition für den Begriff „Planet“ (IAU: Internationale Astronomische Union): Ein Planet ist ein Körper, der ausschließlich um die Sonne und keinen weiteren Körper läuft. Seine Form erreicht annähernd kugelför-mige Gestalt. Seine Gravitation ist ausreichend groß, um seine Umgebung zu bereinigen. Er dominiert seine Umgebung also gravitativ.

Zwergplaneten im Juli 2026

Ceres wird ab Oktober eine  Sichtbarkeit haben.

Pluto  kulminiert am 20.7. um 01:01 Uhr (Sonnentiefe 17,6Grad) und am 31. um 0:16 Uhr! Damit hat die Sichtbarkeitsphase des Zwergplaneten begonnen!. Plutos Helligkeit liegt um 14,6 mag. Plutobahn in 2026

IAU-Definition für den Begriff „Zwergplanet“: Ein Zwergplanet ist ein Körper der wie ein Planet ausschließlich die Sonne und keinen weiteren Körper läuft. Seine Gestalt ist ebenfalls annähernd kugelförmig. Aber seine Gravitation reicht nicht aus, um seine Umge-bung zu bereinigen. Er darf außerdem kein Satellit (Mond) eines Planeten sein!

Kleinkörper der Sonnensystems im Juli

Juno, „Planetoid“ Nr. 3, bewegt sich Anfang Juni noch mit 9,6mag Helligkeit westwärts durch das Sternbild Adler. Am 1. steht sie ca. 11 Bogenminuten südlich von 68 Aql (6 mag). Am 31. hat Juno eine Position von knapp 5 Grad südlich von Theta Aql. (3,2mag) erreicht, dann mit 9,2 mag Helligkeit.  Junobahn im Jahr 2026.

Vesta, „Planetoid“ Nr. 4, steht am Monatsersten 5 Grad südöstlich von 33 Cet (5,9mag), nach Osten durch das Sternbild Walfisch wandernd. Am 31. steht Vesta 2,5 Grad südwestlich von Xi Psc (4,6mag). Vestas Helligkeiten steigern sich während des Monats von 7,8 auf 7,5 mag. Durch den Meridian tritt sie am 1. um 7:00 Uhr, am 15. um 6:21 Uhr und am 31. um 5:32 Uhr. Realistisch sind Sichtungsversuche per Feldstecher ab dem 20.7., wenn die Sonnentiefe wieder Werte über 18 Grad erreicht.   Vestabahn im Jahr 2026.

IAU-Definition für den Begriff „Kleinkörper des Sonnensystems“ (IA: Internationale Astronomische Union): Kleinkörper des Sonnensystems sind alle weiteren die Sonne umlaufenden Körper, die nicht Planet oder Zwergplanet sind. Der Begriff „Kleinplanet“ sollte nicht mehr verwendet

Meteorströme

Die Tage um den 10. Juli markieren das Maximum der Pegasiden.

Die Delta-Aquariden treten zwischen dem 12.7. und 19.7. in die Erdatmosphäre ein. Sie werden auch Juli-Aquariden genannt. Der Strom ist wenig auffällig.

Die Alpha-Capricorniden tauchen bereits um den 3. Juli auf. Ihr Strom reicht bis zum 15. August. Ein maximum ist gegen Ende des Monats zu erwarten.

Die ersten Perseiden tauchen ab dem 16. des Monats auf.

 

DER STERNENHIMMEL IM JULI 2026

1. Der Sternenhimmel
2. Objekte für Fernglas und Fernrohr
3. Sternbildportrait: Lyra (Lyr), die Leier
4. Einzelne Sterne in der Leier

1. DER STERNENHIMMEL

Mitte

Mitte Juli gegen 23 Uhr MEZ beherrscht das Sommerdreieck aus den Sternbildern Adler (Aquila), Leier (Lyra) und Schwan (Cygnus) den Himmel. Vom Zenit südwärts gehend, treffen wir zuerst auf den Kopf des Drachen mit den beiden Sternen Etanin und Rastaban und anschließend auf die Leier mit ihrem Hauptstern Wega.

Dann geht es nach Süden zwischen den Sternbildern Adler und Schlangenträger hindurch. Knapp unter dem Himmelsäquator durchqueren wir das Sternbild Schild mit dem Sternhaufen M 11 und erreichen schließlich die Sternwolken, Gasnebel uns Sternhaufen in Richtung des Zentrums unserer Heimatgalaxie.

Über dem Osthorizont sind schon die Herbststernbilder Pegasus und Andromeda aufgegangen. Das Band der Milchstraße beherrscht den Himmel und nähert sich seiner steilsten Position im Zenit. Diese wird sie im August zur selben Uhrzeit erreicht haben.

2. OBJEKTE FÜR FERNGLAS UND FERNROHR

Das kleine Sternbild Leier ist nun in seiner höchsten Stellung am Himmel. M 57, der Ringnebel und M 56, ein Kugelsternhaufen zwischen Alibero und Beta Lyrae, sind in kleinen Teleskopen sichtbar. M 57 verträgt auch höhere Vergrößerungen, und der Ringcharakter des Nebels sollte erkennbar sein. Weitere Objekte folgen in der Tabelle unten.

Ein interessanter Veränderlicher ist Beta Lyr: Ein Sechsfachsystem, von dem einige Komponenten Be-deckungsveränderliche sind: Beta unterliegt einem Lichtwechsel zwischen 3,4 mag im Maximum und 4,4 mag im Minimum. Die Periode beträgt dabei 12,91 Tage. Hervorragend zum Vergleichen ist dabei der „Nachbar-stern“ der unteren Hälfte des „Parallelogramms“ der Leier: Gamma Lyr hat eine konstante Helligkeit von 3,25 mag.

3. STERNBILDPORTRAIT:  LYRA (LYR) DIE LEIER

Die mit diesem Sternbild verbundenen Sagen der griechischen Mythologie sind ähnlich den Herakles-Sagen des Vormonats die ältesten der griechischen Mythologie. Sie gehen zurück auf Hermes, den Götterboten mit geflügeltem Helm und Schuhen, der sich aus dem Panzer einer Schildkröte ein Saiteninstrument mit sieben Saiten baute. Für jede der Plejaden, der 7 Töchter des Atlas, eine.

Mit dem Melodiespiel beeindruckte er die Leute, bis schließlich Apollon auf ihn aufmerksam wurde und von ihm das Instrument erhielt. Über den Weg des Gottes Apollon bekam schließlich dessen Sohn Orpheus die Leier und wurde der berühmteste Musiker der Antike. Schon bei der Hochzeit mit seiner Frau Eurydike zeichneten sich jedoch tiefe Schatten über Orpheus‘ Leben ab: Eurydike wurde von einer giftigen Schlange gebissen und sank tot zu Boden. Daraufhin stieg Orpheus in die Unterwelt hinab und erbat von Hades, dem Gott der Unterwelt, seine geliebte Eurydike zurück. So etwas hatte es bis dahin in der Welt der griechischen Götter noch nicht gegeben.

Das Lautenspiel beeindruckte Hades so sehr, dass schließlich Eurydike freikam. Allerdings nicht ohne Bedingung: Würde sich Orpheus beim Weg aus der Unterwelt heraus einmal nach seiner Frau umdrehen, so würde sie für immer in die Tiefe fallen. Anfangs vergewisserte sich Orpheus an den Geräusche seiner hinter ihm her schreitenden Frau, dass sie immer noch anwesend war. Er hatte es fast bis ans Ende geschafft und hielt es am Ende nicht mehr aus und drehte sich um. Er sah nur noch seine in die Tiefe stürzende Frau. Sein restliches Leben verbrachte Orpheus in ständiger Trauer. Über seinen Tod gab es verschiedene Variationen. Die eine besagte, dass man seine Lieder nirgendwo mehr hören wollte, weil sie den Leuten mittlerweile zu traurig klangen. Um diesem Umstand schließlich abzuhelfen, warfen die Leute schließlich Speere und Steine nach ihm. Anfangs konnte sein Lautenspiel die Wurfgeschosse noch ablenken. Aber das Gezeter der Leute wurde dann so laut, dass es das Spiel Orpheus‘ schließlich übertönte.

Das Motiv der Erlösung auf Vertrauen (sich nicht umzudrehen) findet sich in mehreren Mythologien. Die wohl berühmteste Variante steht im Alten Testament: Loths Frau erstarrte zur Salzsäule, als beide aus Sodom und Gomorrha entfliehen durften und Loth sich am Schluss umdrehte.


Im Folgenden eine Übersichtskarte mit dem Sternbild Leier. Der dargestellte Himmelsanblick gilt am 15.07. für 23h, am 31.07 für 22h, am 15.08. für 21h, usw. 

4. EINZELNE STERNE IN DER LEIER

Alpha, Wega aus dem arabischen „Waki“; in den Alphonsinischen Tafeln schließlich als „Waghi“. Im Lateini-schen einfach Lyra (!) genannt. Bei den Akkadiern war er Tir-anna, „Leben des Himmels“. Bei den Assyrern Dayan-same, „Richter des Himmels“. Die Chinesen nannten ihn Chih, die webende Schwester. Wega (kor-rekte Schreibweise eigentlich: „Vega“) leuchtet mit 0,0 mag in 25,3 Lichtjahren Entfernung. Ihr Farbindex weist sie als bläulichen Stern aus.

Beta ist 800 Lichtjahre entfernt, hat eine Helligkeit von 3,3 – 4,4 mag und erscheint im Fernrohr bläulich. Sein Name Sheliak entstammt dem arabischen Al Shilyak, die arabische Bezeichnung für „Leier“.

Gamma ist ebenfalls von bläulicher Färbung und bei 700 Lichtjahren Entfernung 3,2 mag hell. Sein Name „Sulaphat“, geht auf eine weitere Bezeichnung für das gesamte Sternbild zurück. Eine ältere Bezeichnung in Joh. Bayers Katalog von 1603, „Jugum“, geht auf ein Missverständnis zurück.

Quellen:

Himmelsjahr 2026, Kosmos-Verlag
Sternbilder und ihre Mythen, Springer-Verlag
Starnames -Their Lore and Meaning, Dover Publ. Inc.
Atlas für Himmelsbeobachter, Kosmos-Verlag
The Night-Sky Observers Guide, Willmann-Bell Inc.
Sterne erzählen, Walter-Verlag

Viel Spaß beim Beobachten!