Der Sternenhimmel des Monats Mai als PDF zum Download.

PLANETEN IM Mai 2022

Merkur
kann zwischen 20:30 und 21 Uhr noch in den ersten Maitage gesichtet werde, gute Sichtbedingungen vorausgesetzt.

Venus
am Morgenhimmel verfrüht weiter ihre Aufgänge von 03:45 Uhr am 1. auf 03:22 Uhr am 15. und 02:56 Uhr am 31. Ihre Helligkeit schrumpft auf -4.0 mag, ihr Durchmesser im Teleskop auf 14,5 Bogensekunden. Ihre Phase wächst an bis auf 75% an. Am Monatsende hat Venus eine Position im Widder erreicht.

Mars
durchläuft das Sternbild Wassermann und tritt am 19. ins Sternbild Fische. Seine Aufgänge treten immer früher ein. So geht er am 1. noch um 03:17 auf, am 15. schon um 02:2 Uhr und am 31. schließlich um 2:01 Uhr. Seine Helligkeit wächst bis Monatsende auf 0,2 mag an. Das Marsscheibchen im Teleskop weist Ende Mai eine Phase von 87% auf und einen Durchmesser von 6,4 Bogensekunden. Am 29. kann man Mars‘ Passage am Jupiter verfolgen: In den frühen Morgenstunden gegen 03:30Uhr lässt sich der geringste Abstand beobachten (Mars und Jupiter werden dann etwa eine Höhe von etwas über 13 grad haben). Der Abstand beider Planeten beträgt dann ca. 38 Bogenminuten.

Jupiter
kann seine Sichtbarkeit am Morgenhimmel ausbauen. Jupiters Helligkeit legt zu auf -2,2mag, sein Durchmesser im Fernrohr wächst auf über 37 Bogensekunden an. Überschreitet Jupiter am 1. noch um 3:43 Uhr über den östlichen Horizont, geht er am 15. schon um 2:53 Uhr auf und am 31. um 1:56 Uhr.

Saturn
im Steinbock erreicht zum Monatsende seinen stationären Bahnpunkt und läutet seine Oppositionsperiode ein. Durch seine westliche Position von Jupiter kann Saturn seine Aufgänge noch dichter an Mitternacht legen. Am 1. geht der 0,7mag helle Ringplanet um 2:39 Uhr auf, am 15. um 1:46 Uhr und am 31. schon um 0:44 Uhr. Saturns Durchmesser im Teleskop liegt Ende Mai bei über 17 Bogensekunden, die Ringöffnung bei über 12 Grad.

Uranus
bleibt vorerst unbeobachtbar und steht mit der Sonne am Taghimmel.

Neptun
geht am 1. nach Beginn der nautischen Dämmerung auf und kann sich damit noch nicht aus der hellen Tagesphase lösen.

IAU-Definition für den Begriff „Planet“ (IAU: Internationale Astronomische Union): Ein Planet ist ein Körper, der ausschließlich um die Sonne und keinen weiteren Körper läuft. Seine Form erreicht annähernd kugelför-mige Gestalt. Seine Gravitation ist ausreichend groß, um seine Umgebung zu bereinigen. Er dominiert seine Umgebung also gravitativ.

Zwergplaneten

Ceres  ist ab Dezember wieder sichtbar.

Pluto kann sich noch nicht aus den Strahlen der Sonne lösen. Ende des Monats kulminiert Pluto um 04:53Uhr, kurz vor Beginn der bürgerlichen Dämmerung.

IAU-Definition für den Begriff „Zwergplanet“: Ein Zwergplanet ist ein Körper der wie ein Planet ausschließlich die Sonne und keinen weiteren Körper läuft. Seine Gestalt ist ebenfalls annähernd kugelförmig. Aber seine Gravitation reicht nicht aus, um seine Umge-bung zu bereinigen. Er darf außerdem kein Satellit (Mond) eines Planeten sein!ergplanet ist ein Körper der wie ein Planet ausschließlich d

Kleinkörper der Sonnensystems

Im Mai ist kein Planetoid heller als 9mag sichtbar.

IAU-Definition für den Begriff „Kleinkörper des Sonnensystems“ (IAU: Internationale Astronomische Union): Kleinkörper des Sonnensystems sind alle weiteren die Sonne umlaufenden Körper, die nicht Planet oder Zwergplanet sind. Der Begriff „Kleinplanet“ sollte nicht mehr verwendet werden.

Meteorströme

Die Eta-Aquariden tauchen zwischen Anfang Mai und dem 28.5. am Himmel auf. Am 5.5. liegt ihr Maximum. Ihre Häufigkeit ist mit 60/h recht passabel, dafür ist die Geschwindigkeit mit 65km/s hoch!

Die Eta-Lyriden erscheinen zwischen dem 03.und 14. Mai am Himmel. Das Maximum des schwachen Stroms liegt am 8. des Monats.

Die Tau-Herculiden können in der Nacht vom 30. auf den 31. aktiv sein.

Die Scorpius-Sagittarius-Meteore haben am 20.05. ihr Maximum. Diese mittelmäßig schnellen Meteore (30km/sec) sind am besten zwischen Mitternacht und den frühen Morgenstunden zu beobachten.

DER STERNENHIMMEL IM MAI 2022

Der Sternenhimmel des Monats
Objekte für Fernglas und Fernrohr
Sternbildportrait: Die Waage (Libra, Lib)
Interessante Einzelsterne in der Waage

Der Sternenhimmel des Monats

Mitte Mai gegen 24 Uhr kündigt sich der Sommersternenhimmel an. Vom Zenit zum Südpunkt wandernd, tref-fen wir auf den Bootes, die nördliche Krone und dann südwärts den Kopf der Schlange und tief am Horizont die unscheinbare Waage und den Skorpionkopf östlich von ihr.

Beim Blick an den Nordpunkt stehen vor uns nun die hellen Sterne Capella mit Castor und Pollux, die vor ihrer unteren Kulmination stehen. Wenn wir den Blick heben, und den kleinen Bären an-visieren, streifen wir den Drachen (Draco) zwischen Zenit und Polarstern.

Nach Osten: Eben recken sich erste Sterne des fliegenden Pferdes Pegasus über den Nordosthorizont. Zwischen dieser Stelle des Horizontes und der Krone im Zenit füllt das Sommerdreieck die gesamte Himmelsfläche. Das großartige Sternbild Schlangenträger (der Arzt Äskulap aus der griechischen Sage) beherrscht den Himmel. Im Westen neigt sich die Löwe-Jungfrau-Gruppe schon dem Westhorizont zu. Durch den noch ausreichend hohen Stand von Jungfrau, Löwe und Coma Berenices sollte man die „Galaxi-enzeit“ nun nutzen:

Der Stern, der den Kopf des Schwans markiert, erscheint im Teleskop doppelt mit einer bläulichen und einer gelblichen Komponente. Dieser Stern, auch „Albireo“ genannt (Beta Cyg) ist eines der schönsten Beispiele für einen farbigen Doppelstern. Ebenso schöne Farbkontraste liefet Ras Algethi, der Hauptstern im Hercules.

Zu den Sternbildern des späten Frühjahres gehört die oft übersehene Waage: Diese „Lücke zwischen Skor-pion und Jungfrau“ besteht aus eigentlich nur schwachen Sternen.

Objekte für Fernglas und Fernrohr

Durch den hohen Stand von Jungfrau, Löwe und Coma Berenices ist jetzt „Galaxienzeit“.
Allen voran ist M104 zwischen Rabe und Jungfrau in nicht all zu großer Höhe zu finden. Dann schließlich NGC 4565 östlich der Mitte des Sternbildes Coma Berenices. Über unseren Köpfen, im Großen Wagen, er-wartet uns M51 an der Deichselspitze, M109 am „vorderen Rad“, M97 mit M108 am „hinteren Rad“ und schließlich nicht zu vergessen M81 und M82 außerhalb des Wagens. Am besten legt man eine Diagonale durch den Wagen („vom unteren Vorderstern zum oberen Hinterstern“) und verlängert sie nach „hinten“ bis zur doppelten Wagenlänge.

Sternbildportrait: Die Waage

Schon vor etwa 4000 Jahren sahen die Sumerer in der Gegend zwischen unserem heutigen Skorpion und der Jungfrau die dortigen Sterne als „Zib-Ba-Anna“, die Waage des Himmels. Vielleicht weil zu jener Zeit der scheinbare Sonnenverlauf in der Waage die Tag- und Nachtgleiche erreichte. Die Griechen sahen in den hellen Sternen jenes Sternbildes die nördliche und südliche Klaue eines Skorpions, was sich später in den arabischen Namen der beiden Sterne niederschlug: Zuben el genubi , „die südliche Klaue“ und Zu-ben el schemali, „die nördliche Klaue“.

Untersucht man den Himmelsanblick näher, wird das auch deutlich: Denn die drei Sterne über Antares liegen viel zu dicht am Körper des Skorpions, um die Scheren darzustellen. Mit den beiden Waagensternen erst bil-den sich die Scheren des Stacheltieres.

Nach anderen Überlieferungen ist das Sternbild die Waage, welche Dike, Göttin der Gerechtigkeit (=Jung-frau), in ihrer Hand hält. Die Römer benannten die Sterne zwischen Skorpion und Jungfrau ebenfalls als Waage und brachten sie mit der Stadtgründung Roms in Verbindung.

Hier eine Übersichtskarte:

Nachfolgend noch eine Ausschnittsvergrößerung, die Einzelheiten im Virgo-Galaxienhaufen zeigt

Die Karte wurden erstellt mit GUIDE 9.0

Der dargestellte Himmelsanblick auf der oberen Karte gilt am 15.04. für 2h, am 30.04 für 1h, am 15.05. für 24h, am 31.05. für 23h, am 15.6. für 22h usw. Die Zeiten sind ca.-Angaben und natürlich in MEZ!

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EINZELNE STERNE IN DER WAAGE

Alpha: Auch Zuben Elgenubi genannt vom arabischen „Al Zuban al Janubiyyah“, die südliche Schere(!), heute die südliche der beiden Waagenschalen. Die Babylonier nannten ihn auch Nuru-sha-Shutu, das südliche Licht. Er ist 78 Lichtjahre entfernt bei einer Helligkeit von 2,6 mag und einer bläulichen Farbe.
Beta: Auch Zuben Elschemali vom arabischen „Al Zuban al Shamaliyyah“, die nördliche Schere. In 160 Licht-jahre leuchtet er bläulich bei ebenfalls 2,6 mag.
Gamma: Von den Akkadiern auch Mulu-zi genannt, der Mann des Feuers. Delta ist variabel (s. o.) und leuchtet bläulich in 310 Lichtjahren Entfernung.

Quellen

Himmelsjahr 2022, Kosmos-Verlag
Der Sternenhimmel 2022, Kosmos-Verlag
Sternbilder und ihre Mythen, Springer-Verlag
Starnames -Their Lore and Meaning, Dover Publ. Inc.
Atlas für Himmelsbeobachter, Kosmos-Verlag
The Night-Sky Observers Guide, Willmann-Bell Inc.
Sterne erzählen, Walter-Verlag

Viel Spaß beim Beobachten!