Der Sternenhimmel des Monats September als PDF zum Download.

PLANETEN IM September 2021

Merkur bleibt mit der Sonne am Taghimmel und erreicht erst wieder im Oktober eine Sichtbarkeit.

Venus verweilt in ihrer tiefen Stellung auf der Ekliptik, und zwar ca. 9 Grad tiefer als die Sonne. Am 1. misst ihr Win-kelabstand von der Sonne knapp 40 Grad, am 30. immerhin 45 Grad. Daher verfrühen sich ihre Untergänge weiterhin. Die früher einsetzenden Dämmerungszeiten helfen der Venus jedoch wenigstens bei der Sicht-barkeitsdauer. Unter den südwestlichen Horizont tritt Venus am 1. um 20:13 Uhr, am 15. um 19:44 Uhr und am 30. um 19:18 Uhr. Venus‘ Helligkeit wächst leicht an auf -4,2mag, ihre Phase schrumpft auf 63%, ihr Durchmesser wächst an bis auf knapp 19 Bogensekunden.


Mars  befindet sich mit der Sonne am Taghimmel und steht mit ihr am 8. in Konjunktion.

Jupiter  ist am Monatsanfang mit -2,9mag neben der Venus auffälliges Objekt am Nachthimmel. Nach seiner Oppo-sitionsphase schrumpft sein Durchmesser im Fernrohr bis zum 30. Auf ca. 43 Bogensekunden, seine Helligkeit auf -2,7mag. Jupiters Untergang erfolgt am 1. noch um 04:26 Uhr, am 15. schon um 03:22 Uhr und am 30. um 02:16 Uhr. Jupiters Bewegung nach Westen bremst ab dem 20.9. stark ab und läuft dann nach dem 17.10. wieder ostwärts.

Saturn, bewegt sich etwa 18 Grad westlich von Jupiter ebenfalls durch das Sternbild Steinbock. Auch er bremst seine Bewegung nach Westen ab und kehrt seine Bahnbewegung ab dem 11. Okt. nach Osten um. Saturns Hellig-keit sinkt leicht ab bis auf 0,5mag, sein Durchmesser im Teleskops schrumpft bis auf unter 18 Bogensekun–den. Die Ringe sind um 19,4 Grad geöffnet. Seine Untergänge zieht Saturn aus der 2. Nachthälfte zurück: Am 1. tritt Saturn noch um 02:48Uhr unter den Horizont, am 15. um 01:49 Uhr und am 30. schon um 0:48 Uhr.

Uranus im Widder weitet seine Aufgänge in die 1. Nachthälfte aus. Am 1. tritt Uranus noch um 21:02 Uhr über den Horizont, am 15. um 20:06 Uhr und am 30. schon um 19:06 Uhr Sigma Ari (5,5mag), am 30. etwa 1,4 west-nordwestlich. Karte mit Uranus‘ Bahnbewegung im Jahr 2021.

Neptun, in westliche Richtungen durch die Fische wandernd, steigert seine Helligkeit etwas auf 7,8mag und erreicht am 14. des Monats seine diesjährige Opposition. Im Fernrohr misst der ferne Planet 2,4 Bogensekunden. Neptun steht im September ca. 3,2 Grad östlich des Sterns 96 Psc (5,6mag), am 30. noch ca. 2,4 Grad. Seine Kulminationen verlagert Neptun in die 1. Nachthälfte. Am 1. um 01:07 Uhr, am 15. um 0:11 Uhr und am 30. schon um 23:11 Uh. Karte mit Netuns Bahnbewegung im Jahr 2021.

IAU-Definition für den Begriff „Planet“ (IAU: Internationale Astronomische Union): Ein Planet ist ein Körper, der ausschließlich um die Sonne und keinen weiteren Körper läuft. Seine Form erreicht annähernd kugelför-mige Gestalt. Seine Gravitation ist ausreichend groß, um seine Umgebung zu bereinigen. Er dominiert seine Umgebung also gravitativ.

Zwergplaneten

Ceres steht Anfang September ca.1,6 Grad nordwestlich des 3,4mag hellen Sterns Theta (2) Tau und wandert nach Osten durch die Hyaden. Anfang August hat Ceres noch 9,0mag, am 31. etwa 8,8mag. Am 23. passiert Ceres Gamma Tau in nur 26 Bogenminuten südlichem Abstand. Anfang September beginnt die astr. Dämmerung um etwa 03:15 Uhr und die Hyaden stehen 39Grad hoch über dem Ostpunkt. Ceres kulminiert am 1. um 06:05 Uhr, am 15. Um 05:22Uhr und am 30 um 04:29 Uhr.

Pluto steht bei Ende der astronomischen Dämmerung um 21:20 Uhr gerade im Meridian. Somit kann man die Septembertage noch nutzen für eine Pluto-Beobachtung. Bis zum 15. endet die astr. Dämmerung um 20:37 Uhr und Pluto steht noch 13,6 Grad hoch, am 30. um19:55 Uhr noch 13,4 Grad.

IAU-Definition für den Begriff „Zwergplanet“: Ein Zwergplanet ist ein Körper der wie ein Planet ausschließlich die Sonne und keinen weiteren Körper läuft. Seine Gestalt ist ebenfalls annähernd kugelförmig. Aber seine Gravitation reicht nicht aus, um seine Umge-bung zu bereinigen. Er darf außerdem kein Satellit (Mond) eines Planeten sein!ergplanet ist ein Körper der wie ein Planet ausschließlich d

Kleinkörper der Sonnensystems

Pallas hat im September eine kleine Sichtbarkeit. Am 1. zieht sie 1,5 Grad südlich von Gamma Cet (3,7mag) südwestwärts durch den Walfisch mit 8,7mag Helligkeit. Bis zu ihrer Opposition am 11 steigert sie ihre Helligkeit auf 8,5mag. Am 4. tritt sie ins Sternbild Wassermann. Bis Monatsende ist ihre Helligkeit wieder auf 8,9mag abgesunken, dann 3 Grad nördlich von Lambda Aqr stehend. Pallas kulminiert am 1. noch um 0:56 Uhr, am 11. um 0:10 Uhr am 15. um 23:46 Uhr und am 30. schon um 22:37 Uhr.

IAU-Definition für den Begriff „Kleinkörper des Sonnensystems“ (IAU: Internationale Astronomische Union): Kleinkörper des Sonnensystems sind alle weiteren die Sonne umlaufenden Körper, die nicht Planet oder Zwergplanet sind. Der Begriff „Kleinplanet“ sollte nicht mehr verwendet werden.

Meteorströme

Am 1. erreichen die Alpha-Aurigiden ihr diesjähriges Maximum. Bis zu 20 Meteore pro Stunde sind möglich.

Die Epsilon-Perseiden erreichen ihr Maximum am 09. September. Die tatsächlichen Zahlen für die stündliche zenitale Rate sind schwer vorauszusagen.

Die Pisciden reichen über den ganzen September mit etwa 25 km/sec Eintrittsgeschwindigkeit. Die maximale Rate liegt um den 20.9. zwischen 22 Uhr und 4 Uhr ist die beste Beobachtungszeit.

Die Süd-Tauriden sind vom letzten Septemberdrittel bis November aktiv. Um den 11.11. liegt ihr Maximum.

Die Delta-Aurigiden erreichen zwar hohe Geschwindigkeiten, sind aber ein eher armer Strom. Zwischen dem 17. September und dem 9. Oktober sind Aktivitäten erkennbar. Am 3. Oktober ist die maximale Rate nur um 5/h.

 

DER STERNENHIMMEL IM SEPTEMBER 2021

Der Sternenhimmel des Monats
Objekte für Fernglas und Fernrohr
Sternbildportrait: Der Walfisch (Cetus, Cet)
Einzelne Sterne im Walfisch

DER STERNENHIMMEL DES MONATS

Mitte September sind um 24 Uhr am Osthorizont der aufstrebende Winterhimmel bereits zu sehen. Die Zwillinge „liegen“ über dem Horizont. Im Westen sind eben noch die Sterne aus dem oberen Teil des Bootes zu sehen. Das Sommerdreieck steht weiterhin ein gutes Stück über dem Horizont dank der hohen Deklinationen von Leier und Schwan. Die Milchstraße zieht nach wie vor hoch über uns durch den Zenit. Der Pegasus steht hoch im Meridian, sein Quadrat beherrscht diese Wochen den Südhimmel.

Südlich des Pegasus schlängeln sich die Fische dahin, einen Ring südwestlich unter dem Pegasus-Quadrat, einen unmittelbar östlich davon im Winkel mit der von Andromeda. Der südlichste Stern 1. Magnitude, Fomalhaut (arab. Fom al Hut. „Maul des Fisches“), der Hauptstern des Südlichen Fisches (Piscis Austrinus), leuchtet knapp westsüdwestlich des Südpunktes.

In einer großen Lücke zwischen den schwachen Sternen der Fische und dem Horizont finden sich nur wenige helle Sterne: Dies ist die Region, in der das Sternbild Walfisch oder „Cetus“ erstreckt. Am auffälligsten ist gerade einmal seine östliche („linke“) Seite, die ein fast regelmäßiges Parallelogramm aus vier Sternen bildet. An diesem schiefen Viereck „hängt“ östlich ein großes (und daher recht unübersichtliches) „W“. Die Sterne Alpha (Menkar), Beta (Deneb Kaitos) und Omikron (Mira) helfen am ehesten, die W-Linien zusammenzusetzen. Da Omikron veränderlich ist, (zwischen 3,4 und 9 mag) kann man ihn leicht mit anderen schwachen Sternen verwechseln.

Zwischen Cetus und Orion finden sich am Himmel die schwachen Sterne des Flusses Eridanus. Der Eridanus enthält kaum Sterne heller als 3.5 mag. Am Himmel tut sich bei schlechter Sicht also eine „Eridanuslücke“ auf. Dreht man sich um nach Norden, ist das Sternmuster des Großen Wagens (Ein Teil des Großer Bären) in seiner tiefsten Stellung überm Horizont sichtbar. Von jetzt an strebt er wieder höheren Stellungen zu. Mit dem langsamen Aufsteigen der Wintersternbilder über die folgenden Monate hin kommt immer mehr die Zone zum Vorschein, die „unterhalb“ der Wagendeichsel liegt: Die Galaxienhaufen in Coma Berenices und Virgo, die dann morgens am Winterhimmel und nachts am Frühlingshimmel die Galaxien-Beobachter wieder auf den Plan rufen wird.

OBJEKTE FÜR FERNGLAS UND FERNROHR

Das Sternbildportrait dieses Monats wird diesmal den Walfisch zum Ziel haben.M77 ist eine kleine Galaxie, die zum Typ der Seyfert-Galaxien gehört, knapp 1 Grad östlich von Delta Ceti stehend. NGC 247 ist eine große Galaxie (18 Bogenminuten) mit ca.14 mag Oberflächenhelligkeit. Im Sternbild Sculptor südlich des Cetus steht NGC 253. Sie erscheint mit 25 Bogenminuten länglich im Fernglas. Auch Staubstrukturen sind im Teleskop zu sehen. Die tiefe Stellung (- 25 Grad) erschwert die Beobachtung etwas. NGC 288: Ein Kugelsternhaufen einer etwas schwierigeren Kategorie mit ca.13 mag Oberflächenhelligkeit.

Andromeda: NGC 891 fordert etwas Öffnung. Bei guten Bedingungen reicht ein 6-8Zöller. NGC 752 ist bereits mit dem freien Auge sichtbar. M31 ist meistens einfach im Fernglas zu beobachten aufgrund ihrer Größe.

Perseus: M76, der „Kleine Hantelnebel“, steht weniger als 1 Grad nördlich von Phi Persei (4mag).

Dreieck: M33 fordert dunklen Himmel. Das Fernglas wird wohl dem Teleskop vorzuziehen sein wegen der Ausdehnung der Galaxie.

STERNBILDPORTRAIT: DER WALFISCH (CETUS; Cet)

Cetus ist eng mit den Sagen der Sternbilder Cassiopeia, Perseus und Andromeda verbunden. Königin Cassiopeia verglich die Schönheit ihrer Tochter prahlerisch mit der der Nereiden – Töchter des Meeresgottes Poseidon. Dieser entsandte das Meeresungeheuer Cetus, um das Königreich zu verwüsten. Besänftigt werden konnte es lediglich durch die Opferung der Andromeda. Cassiopeia und ihr Ehemann Cepheus ergaben sich diesem Schicksal und ketteten ihre Tochter an einen Felsen am Meer an, um das Übel anzuwenden. In Ovids Schilderungen teilte das Untier bei seinem Ansturm auf die Küste die Fluten. Seinen Körper schildert Ovid als tangbedeckt und muschelbewachsen als es sich aus den Fluten erhob. Der herannahende Perseus konnte dann mit Hilfe des von ihm erbeuteten Gorgonenhauptes der anbrausende Monstrum schließlich in Stein verwandeln und die Andromeda aus ihrer misslichen Lage befreien.

Im Sternbild Perseus verkörpert der Veränderliche Stern Beta Persei (Algol) das Gorgonenhaupt. Die Position am Himmel weit unterhalb des Pegasus (Perseus‘ Reittier während seiner Befreiungstat) unterstreicht die Verwandschaft mit vielen anderen Sternbildern. Nordöstlich schließt sich der Perseus an den Walfisch an. Cassiopeia und Cepheus stehen nahe des Himmelspols. Die Andromeda schließt unweit des Walfisches an den Pegasus an.

Nachfolgend eine Karte des Sternbildes::

Der dargestellte Himmelsanblick auf der oberen Karte gilt für den 01.09.2021 um 03h, den 15.9. um 02h, den 01.10. um 01h, den 15.10. um 0h, usw. Die Zeiten sind ca.-Angaben und natürlich MEZ.

EINZELNE STERNE IN DER EIDECHSE

Alpha leuchtet gelblichorange mit 2,9 mag und 220 Lichtjahren Entfernung. Al Kaff al Jidmah, Monkar, Menkar waren auch Bezeichnungen (Nase und Maul des Ungeheuers).

Beta leuchtet gelblich, ist 2,4 mag hell (also heller als Alpha!) und 96 Lichtjahre entfernt. Deneb Kaitos oder
Denebcaiton oder arab.: Al Dhanab al Kaitos al Janubiyy für „Schwanz des Ungeheuers“ sind andere Bezeichnungen. Er wird auch Diphda genannt von: Al Difdi al Thani für „Zweiter Frosch“ oder Randa sekunda
„Frosch, Kröte“. Fomalhaut (siehe oben unter „Sternenhimmel des Monats“) war dann der „1. Frosch“!

Gamma leuchtet als Doppelstern mit einer bläulichen und einer weißlichen Komponente mit 3,5 und 7 mag
Helligkeit in 82 Lichtjahren Abstand. Sein arab. Name „Al Kaff al Jidmah“ galt für die ganze Kopfgruppe („Das
Parallelogramm“) des Sternbildes.

Epsilon, Rho und Sigma Ceti bildeten „Tsow Kaon“ (Heu und Stroh) bei den Chinesen.

Zeta leuchtet gelblich mit 3,7 mag. „Baten Kaitos“ oder „“Al Batn al Kaitos“ bedeuteten „Bauch des Wales“.
Eta „(3.5 mag und gelblich leuchtend) hieß auch „Deneb“ oder „Deneb Algenubi“ für: Schwanzwurzel.

Iota (3,6 mag und gelblich leuchtend ): Ein weiterer Stern des Namens “ Deneb Kaitos“ oder auch „Al
Shamaliyy“: „Nördlicher Teil des Schwanzes“. Man beachte zwei Sterne der Waage: Zuben el Schemali und
Zuben el Genubi: Die „nördliche“ und die „südliche“ Schere!

Omikron ist veränderlich mit 3,4-9,2(!) mag und einer Periode p=332d, gelblich leuchtend und der erste systematisch beobachtete Stern. „Mira Stella“ taufte ihn Johannes Hevelius 1662. „Collum Ceti“, „Hals des Wales“ war ein weiterer Name. Johann Fabricius führte erste Beobachtungen über längere Zeit durch und
begründete damit die Erforschung der Veränderlichen.

QUELLEN

Himmelsjahr 2021, Kosmos-Verlag
Sternbilder und ihre Mythen, Springer-Verlag
Der Sternenhimmel 2021, Kosmos-Verlag
Starnames -Their Lore and Meaning, Dover Publ. Inc.
Atlas für Himmelsbeobachter, Kosmos-Verlag
The Night-Sky Observers Guide, Willmann-Bell Inc.
Sterne erzählen, Walter-Verlag
Handbook of the Constellations, Vehrenberg-Verlag

Viel Spaß beim Beobachten!